Illegal entsorgter Müll verschandelt immer wieder Bereiche im Stadtgebiet. Wird der Müllsünder erwischt, wird das teuer für ihn. Meist aber bleibt die Stadt auf den Entsorgungskosten sitzen - im vergangenen Jahr waren das rund 18000 Euro.

Stendal l Es ist kein Problem, seinen Müll loszuwerden. Das System der Abfallentsorgung funktioniert auch in Stendal. Für Restabfälle gibt es eine Tonne, eine weitere fürs Papier. Wer Schadstoffe entsorgen muss, kann das im Schadstoffmobil machen. Für Sperrmüll und Elektroschrott gibt es Abfuhrkarten im Abfallkalender.

Zum großen Teil werden die Kosten für all das durch die Müllgebühren abgedeckt. Jedem Haushalt werden sie einmal im Jahr in Rechnung gestellt.

Dennoch nutzt augenscheinlich nicht jedermann die ihm unterbreiteten Angebote, zumindest nicht in jedem Fall. Das Resultat sind Müllecken in der Stadt, meist in Bereichen, die nicht auf den ersten Blick einsehbar sind, oder in denen man seinen Müll "verlieren" kann, ohne große Gefahr zu laufen, beobachtet oder entdeckt zu werden.

Eine solche Ecke befindet sich an der Uchtebrücke (Frommhagenstraße/Moltkestraße). Immer mal wieder wird dort illegal Müll abgeladen. Vom Autoreifen bis zur Farbdose, Getränkeflaschen, Plastetüten voll Papier, leere Medikamentenpackungen - die Palette ist bunt. Kaum etwas, das im Haushalt an- oder besser gesagt abfällt, fehlt auf dieser wilden Müllkippe. Und es ist nicht die einzige. Bei Müllsündern beliebt sind auch Waldränder, die mit dem Fahrzeug einigermaßen erreichbar sind. Dort findet sich dann auch schon mal ein Kühlschrank oder ähnliches.

Auf den ersten Blick eine "kostengünstige" Art seinen Müll loszuwerden - solange man nicht erwischt wird. Beim unlängst an der Uchtebrücke an der Frommhagenstraße abgelagerte Müll klappte das nicht. Wie im Rathaus zu erfahren war, befand sich unter dem Weggeworfenen auch Schriftverkehr. "Die Personen, von denen er stammt, wurden durch die Ordnungsbehörde aufgesucht und aufgefordert, den illegal entsorgten Abfall zu beräumen. Das erfolgte in diesem Fall auch", teilt Stadtsprecher Klaus Ortmann mit.

Hinweise erwünscht, auch anonym

Damit hat sich die Angelegenheit noch nicht unbedingt erledigt, denn, so Ortmann weiter: "Der Vorgang wurde von der städtischen Ordnungsbehörde an den Landkreis zuständigkeitshalber zur weiteren Bearbeitung abgegeben." Zuständig beim Landkreis ist Markus Mösenthin, Sachgebietsleiter im Umweltamt. Bei nachgewiesener illegaler Müllentsorgung, erklärt er, drohe ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und ein Bußgeld. In welcher Höhe sei abhängig von der Art des entsorgten Mülls. Mösenthin: "Auf alle Fälle bringt das viel Ärger und wird teurer als den Müll legal zu entsorgen."

Nicht immer klärt sich ein Müllvergehen auf diese Weise. Die Regel ist eher, dass die Eigentümer der Grundstücke, auf denen der illegale Müll liegt, für dessen Beseitigung sorgen müssen. Oft genug ist das die Stadt Stendal. Im vergangenen Jahr kostete das die Stadt rund 18000 Euro. Im Jahr davor waren es sogar 23000 Euro.

Das Sinken der Ausgaben für die Entsorgung illegalen Mülls heißt nicht zwangsläufig, dass es weniger davon gibt. Stadtsprecher Ortmann sieht eher eine "seit 2011 gleichbleibende Tendenz bezüglich der Menge der illegalen Ablagerungen".

Grund genug, die Stendaler zu ermutigen, Müllsünden öffentlich zu machen. Klaus Ortmann: "Natürlich sind der Hansestadt Stendal Bürgerhinweise immer willkommen, da unsere Mitarbeiter nicht überall sein können." Die Hinweisgeber bleiben auf Wunsch anonym, sowohl bei den an die Stadtverwaltung gegebenen Hinweisen als auch im kreislichen Umweltamt.