Für die geplanten Stendaler Lichttage im Oktober gibt es schon viele Ideen. Unter anderem soll die Lichtkunst in der Marienkirche und an einem Haus im Stadtseegebiet zu sehen sein.

Stendal l Auch wenn der Beratungsrunde zu Wochenbeginn weitere folgen, ist eines schon klar: Was da vom 10. bis 17.Oktober in Stendal passieren soll, wird keine einfache Fassadenanstrahlung sein. "Der Künstler will vielmehr etwas erzählen, er will Geschichte erzählen", sagt Tilman Tögel von der Kaschade-Stiftung, die die schon in anderen Städten und Ländern erfolgreich laufenden Lichttage für Stendal initiiert hat. Partner ist der Lichtkünstler Herbert Cybulska, der in Berlin und Frankfurt lebt und arbeitet und mit dem Deutschen Lichtdesignpreis für seine Inszenierungen ausgezeichnet worden ist. Er war zu Wochenbeginn in Stendal, um mit den Beteiligten "mehr ins Detail zu gehen", sagte Tilman Tögel.

Derzeit sind drei große Projekte geplant.

Erstens: Licht in der Marienkirche, eventuell von Musik begleitet.

Zweitens: Im Stadtseegebiet soll eine Fassade als Art Leinwand für Lichtmalerei genutzt werden. Geplant ist, die Geschichte des Stadtseegebietes zu erzählen. In den Pausen zwischen den Geschichten könnten historische Aufnahmen Stendals gezeigt werden. "Das ließe sich einbetten in 850 Jahre Stendal", erklärte Tögel. Partner für die Aktion ist die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft.

Drittens: Die Fassade des Ramelow-Kaufhauses soll mit zwei Projektoren in wechselnder Farbigkeit beleuchtet werden. Dazu gibt es noch die Idee, mittels einer Smartphone-App Musik abrufen zu können.

Ob und wie sich diese Vorhaben umsetzen lassen, muss nun zusammen mit dem Künstler genauer besprochen werden. Darüber hinaus würden sich die Organisatoren über weitere Mitstreiter freuen. Sie könnten sich zum Beispiel vorstellen, dass sich Medien-Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal einbringen, eventuell mit Lichtinstallationen in Stendaler Schaufenstern.

Vorhaben für mehrere Jahre

Ideen für die Lichttage im Oktober - weil diese von Dunkelheit leben, wurde bewusst der Herbstmonat gewählt - gibt es noch einige. So könnten Straßenlaternen für diese Tage mit farbigen Folien versehen werden und als Leitsystem zum Beispiel vom Stadtsee ins Stadtzentrum fungieren. Schulklassen und Kindereinrichtungen könnten sich mit Laternenumzügen beteiligen, die Stendaler Jugendfeuerwehr mit einem Fackelumzug.

In den kommenden Wochen wird es in kleineren Gruppen weitere Gespräche geben, Ende März will die große Runde wieder zusammenkommen. Um die Finanzierung und das Werben von Sponsoren kümmert sich die Kaschade-Stiftung, bei der Vorbereitung "ist die Stadt mit sehr viel Engagement dabei", sagte Tilman Tögel. Apropos Finanzen: Damit die nicht aus dem Ruder laufen, sind Betriebswirtschaftslehre-Studenten der Hochschule mit einem Controlling-Projekt mit im Boot.

Für die Stendaler Lichttage ist ein eigenes Logo vorgesehen. Auch, weil diese Aktion keine Eintagsfliege werden, sondern nach jetziger Planung zumindest in den kommenden fünf Jahren jährlich stattfinden soll. "Denn wenn es sich herumspricht, dann kommen von Jahr zu Jahr immer mehr Gäste", ist sich Mitorganisator Tilman Tögel sicher.

Bilder