Der SPD-Ortsverein steht geschlossen hinter Reiner Instenberg, seinem Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 31. Mai. Dieses Bekenntnis gaben die Genossen dem 52-Jährigen am Mittwochabend während einer Ortsvereinsversammlung mit auf den Wahlkampf-Weg.

Stendal l Die Sozialdemokraten wissen, was sie an ihrem Kandidaten haben. Oder mit dem Ortsvorsitzenden Reinhard Weis gesprochen: "Er ist mit Sicherheit unser versiertestes Mitglied für diese Aufgabe." Die Frauen und Männern, die da am Mittwochabend rund um den Tisch im Veranstaltungssaal im Altstadt-Hotel sitzen, beklatschen diese Worte und heben am Ende ihre Hände zum klaren Votum: Der Reiner ist unser Kandidat! Als Zusicherung, dass die Parteibasis den kommenden Weg mit ihm, dem Gründungsmitglied des Ortsvereins, gemeinsam geht. Oder mit Reinhard Weis gesprochen: "Du brauchst keine Angst zu haben, dass wir dich allein lassen."

"Mitarbeiter sollen merken, dass keine Unterschiede gemacht werden"

OB-Kandidat Reiner Instenberg

So gestärkt geht es nun in den Wahlkampf. Und das mit einem klaren Ziel. Oder mit Reiner Instenberg gesprochen: "Wir haben jetzt die Chance zum Wechsel, und der ist dringend notwendig." Weil Wechsel für Veränderung steht, spart der SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl seine Vorstellungen diesbezüglich nicht aus. "Wir müssen nach vorn schauen", sagt er, und dass "auf alle Fälle die Richtung der Stadt wieder klar werden" muss. Das Hin und Her bei der Fassadengestaltung am Rathaus und am Winckelmann-Museum, die notwendigen Nacharbeiten an der Marienkirchstraße, weil ein Anschluss zum Stadthaus vergessen wurde, besonders aber die Wahlfälschung und der Umgang damit in der Stadtverwaltung - Instenbergs Fazit: "So kann man in der Verwaltung nicht arbeiten."

Es gibt noch mehr, was dem 52-Jährigen dort im Rathaus nicht gefällt - und was er im Fall eines Wahlsieges ändern möchte. Den Umgang miteinander zum Beispiel. Respekt, das sei für ihn dabei der Schlüsselbegriff, aber auch eine gewisse Distanz. "Die Mitarbeiter sollen merken, dass hier keine Unterschiede gemacht werden", sagt Instenberg und erzählt die Episode, wie herzlich Stadtwahlleiter Axel Kleefeldt am Briefwahl-Nachwahl-Abend, am 9. November, Oberbürgermeister Klaus Schmotz im Stadthaus-Wahllokal mit einer Umarmung begrüßt hat.

Die Stabilisierung der ansässigen Unternehmen und die konkrete Ansprache von Firmen, deren Ansiedlung in der Region mit Wachstum verbunden wäre, Stadtentwicklung, ein besseres Miteinander von Stadt und Landgemeinden - der Kandidat steckt vorgestern schon einmal wichtige Positionen einer möglichen künftigen Arbeit ab.

"Herr Kleefeldt ist nicht mehr tragbar, das sage ich gern auch öffentlich"

Käthe Kapell

Aber die Genossen interessiert noch mehr. Herbert Wollmann zum Beispiel die Frage, ob sich Reiner Instenberg für den Fall seines Wahlsieges schon über personelle Veränderungen im Rathaus Gedanken gemacht hat. Wollmann: "Du stehst erst einmal allein da." Namen nennt der Gefragte öffentlich nicht, darüber habe er sich auch noch keine Gedanken gemacht. Der Hinweis aus der Runde, das Fell erst zu teilen, wenn der Bär erlegt ist, bietet ihm die Brücke zum nächsten Thema. Über die will Käthe Kapell aber noch nicht gehen: "Herr Kleefeldt ist nicht mehr tragbar, das sage ich gern auch öffentlich." In jedem Betrieb wäre ein Mitarbeiter in einem solchen Fall schon entlassen worden, legt sie nach.

Das wird - wie jetzt deutlicher zu hören ist - in anderen Parteien ähnlich gesehen. Parteien, die bereits ihre Unterstützung für den SPD-Kandidaten angekündigt haben. Darum bittet Reiner Instenberg seine Parteifreunde um Verständnis dafür, dass er im Wahlkampf "das Logo SPD etwas zurücknehmen" werde. Am Ende, das wissen sie auch, zählt das Ergebnis. Und dem blickt der Kandidat optimistisch entgegen, wenn er sich gern wiederholt: "Wer sich für Politik interessiert, der wünscht sich einen Wechsel."