Stendal l Um den Handel mit illegalen Drogen in 42 Fällen geht es seit dieser Woche am Amtsgericht für einen 27-Jährigen aus einem Ort im westlichen Teil des Landkreises Stendal.

Von Juli 2010 bis Ende Juli 2012 soll er laut Anklage an drei Konsumenten Marihuana verkauft haben. So steht es in einem Strafbefehl, der von Richterin Petra Ludwig bereits im November vorigen Jahres erlassen wurde. Gegen diesen hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt, der nunmehr zum Prozess führte. Schon einmal stand der 27-Jährige vor Gericht, auch da wurde ihm Drogenhandel zur Last gelegt.

Zeuge bekommt Verfahren wegen Falschaussage

Im November 2013 deshalb vom Amtsgericht zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, erreichte er vor der Berufungskammer am Landgericht einen Freispruch vom Vorwurf der Dealerei. Allerdings hatte die Kammer unter Vorsitz von Richter Christian Hachtmann den Besitz von Rauschgift als erwiesen angesehen und ihn deshalb im April vorigen Jahres zu 1250 Euro Geldstrafe verurteilt (wir berichteten). Drogen waren bei einer Hausdurchsuchung auch bei ihm gefunden worden. Zudem hatte er vor dem Landgericht auch eingeräumt, Drogen konsumiert zu haben.

Über seinen Verteidiger ließ der 27-Jährige am Amtsgericht die aktuelle Anklage bestreiten: "Es gab keine Verkäufe." Diese Angaben bestätigte denn auch ein Zeuge, der vor der Staatsanwaltschaft zuvor eine gänzlich andere Aussage gemacht und den Angeklagten erheblich belastet hatte. Das soll er laut Richterin Ludwig so auch vor dem Landgericht ausgesagt haben. "Entweder Sie haben damals gelogen oder Sie tun es heute - eine der Aussagen kann nur richtig sein", mahnte sie den in Magdeburg wohnenden Zeugen.

Der 26-Jährige blieb aber dabei, dass er den Staatsanwalt "falsch verstanden" habe und bei seiner Aussage "durch- einander gekommen" sei. "Das wird Konsequenzen für Sie haben", kündigte die Richterin daraufhin an. Ein Strafverfahren wegen Falschaussage steht ihm ins Haus.

Ein zweiter Zeuge belastete hingegen den Angeklagten. Demnach habe er 2011 vier Mal bei diesem jeweils "20 Euro auf den Tisch gelegt und ein bisschen was dafür gekriegt". Immer vier Gramm Marihuana, ergänzte er auf Nachfrage. Ein dritter mutmaßlicher Abnehmer von Drogen war der Ladung als Zeuge nicht gefolgt. Für sein unentschuldigtes Fehlen muss er 300 Euro zahlen oder ersatzweise für drei Tage ins Gefängnis. Am kommenden Montag soll er nun aussagen und wird auch das Ende des Prozesses erwartet.