Stendal l Zur feierlichen Eröffnung der Ostdeutschen Akademie für Psychotherapie (OAfP) am Freitagabend im Audimax der Fachhochschule sind viele gekommen: Studierende, Dozenten, interessierte Bürger und natürlich Honoratioren wie Andreas Dieckmann vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft und Oberbürgermeister Klaus Schmotz.

Die Gründung eines sogenannten An-Instituts, eines der Hochschule angegliederten, jedoch unabhängigen Instituts, war Anlass zu vielen Grußworten, aus denen viel Begeisterung sprach. Schmotz: "Wie das klingt: Akademie! Und das in Stendal!"

Sichtbar am stolzesten war jedoch Professor Mark Helle: "Seit vielen Jahren hege ich den Wunsch, so ein Institut zu gründen." Nun war es soweit. Die eigentliche Gründung erfolgte bereits im September vorigen Jahres. Auch wenn erst am Freitagabend gefeiert wurde. Seit einem Semester werden in gemeinsamer Trägerschaft mit dem An-Institut Invitee.V. der Hochschule Magdeburg-Stendal und in Kooperation mit dem Institut für Psychotherapie Potsdam zukünftige Psychologische Psychotherapeuten ausgebildet. Und zwar sowohl in Verhaltenstherapie als auch in Tiefenpsychologie.

Nach Masterabschluss ist jetzt Approbation möglich

Zurzeit gibt es zehn Kandidaten, die an Wochenenden die Hochschulbank drücken. Professor Helle rechnet jedoch damit, dass es bald mindestens doppelt so viele werden.

Die OAfP ist etwas Besonderes. Zum einen, weil normalerweise solche Institute nur Universitäten und nicht Fachhochschulen angegliedert sind, zum anderen, weil es selten ist, dass ein Institut beide Verfahren lehrt, also sowohl Verhaltenstherapie als auch Tiefenpsychologie.

Mark Helle ist ein Verfechter der Verknüpfung dieser beiden Methoden.

Den Festvortrag hielt Professor Jürgen Kriz, international renommierter Psychologe, der in seiner Rede über "Psychotherapie in Deutschland: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Perspektiven" auch die Vorteile einer multimethodischen Psychotherapie unterstrich.

Die Gründung einer solchen Akademie bedeute für Stendal und die Region sicherlich eine wirtschaftliche und kulturelle Belebung. Außerdem wird sie "Einfluss auf die psychotherapeutische Versorgung in der Region haben", so Professor Helle, denn ein Teil der Ausbildung bestehe im Erbringen ambulanter psychotherapeutischer Leistungen.

Für die Absolventen der Rehapsychologie gibt es einen weiteren Grund zur Freude. Außerhalb Sachsen-Anhalts werden sie nicht zugelassen zu einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Nun können sie hier vor Ort ihren Approbationsabschluss machen.