Die Feuerwehr der Einheitsgemeinde Tangerhütte wird neu aufgestellt. Der amtierende Gemeindewehrleiter Nils Wilhelm stellte während der jüngsten Stadtratssitzung das Konzept vor.

Tangerhütte l Erst seit wenigen Wochen ist Nils Wilhelm als Gemeindewehrleiter im Amt. Auf der jüngsten Stadtratssitzung konnte er aber bereits eine klare Analyse über den Zustand der Feuerwehr in der Einheitsgemeinde vorlegen, ebenso ein Konzept, wie die Einsatzfähigkeit auch künftig gesichert ist.

Aus bisher fünf Ausrückebereichen werden drei, um auch am Tage die Bereitschaft sicherzustellen. In jedem Gebiet hat ein Zugführer, mit einem oder mehreren Stellvertretern an der Seite, den Hut auf. Die Kompetenzen der Zugführer werden gestärkt.

Einige Wehren gibt es nur noch auf dem Papier

Zum ersten Bereich gehören die Ortswehren von Tangerhütte, Schernebeck, Schönwalde, Uchtdorf, Birkholz, Cobbel und Weißewarte. In diesen Orten sind am Tage 21 und in den Abendstunden 60 Kameraden verfügbar. Lüderitz, Groß Schwarzlosen, Stegelitz, Windberge, Schleuß, Bellingen, Hüselitz, Klein Schwarzlosen, Demker und Elversdorf bilden den Bereich zwei. Auch hier sind am Tage 21 Feuerwehrleute einsatzbereit und in den Abendstunden 69.

Mit nur 15 Kräften am Tage sei der Bereich an der Elbe, der dritte, schwächer aufgestellt, so Wilhelm. Abends sind in Bittkau, Grieben, Jerchel, Schelldorf, Kehnert, Uetz, Ringfurth und Sandfurth allerdings 64 Kameraden im Notfall zur Stelle. Insgesamt sind in den 25 Feuerwehren der Stadt Tangerhütte 370 Mitglieder einsatzfähig. Zuzüglich Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie Alters- und Ehrenabteilung gibt es in der Kommune 450 Mitglieder.

Wilhelm machte klar, dass mit diesen Strukturen die Sicherheit in der Einheitsgemeinde gewährleistet ist. Trotzdem würden einige Wehren "nur noch auf dem Papier" existieren. Die rechtliche Grundlage, um diese Truppen aufzulösen, gäbe es noch nicht. Positiv hob er hervor, dass künftig gemeinde- und auch kreisübergreifende Doppelmitgliedschaften möglich seien.

Der amtierende Gemeindewehrleiter machte gegenüber den Stadträten auch klar, welche Schwerpunkte in den kommenden zwei Jahren abzuarbeiten seien. Bis zum März/April soll die Risikoanalyse vorliegen. Aus ihr sollen Schlussfolgerungen gezogen werden, die dann schrittweise umzusetzen seien. Auch komme die Kommune um größere Investitionen in Sachen Brandschutz nicht herum. Der Zustand des Gerätehauses in Bittkau sei beispielsweise nicht mehr tragbar. Mit Blick auf den Bau der A14 müsse auch der Standort Lüderitz/Groß Schwarzlosen gestärkt werden. Darüber hinaus brauche Tangerhütte einen Gerätewart, der für alle Feuerwehren der Einheitsgemeinde zuständig ist.

Gemeindewehrleiter ist mehr als nur ein Hobby

Nils Wilhelm, hauptamtlich beim Landkreis in Sachen Katastrophenschutz beschäftigt, sprach auch seine eigene Funktion an. Er sei sich nicht sicher, ob er dauerhaft das Ehrenamt Gemeindewehrleiter und seinen Beruf unter einen Hut bringen kann. Man solle sich mit dem Gedanken an eine Neugliederung der Gemeindewehrleitung auseinandersetzen.

Er begründete dies mit der Vielzahl von Aufgaben, die mit diesem Amt verbunden sind, und der hohen Verantwortung. So müsse ein Gemeindewehrleiter unter anderem auf die ständige Verbesserung des Ausbildungsstandes hinwirken, die Zusammenarbeit der Ortswehren regeln, für Dienst- und Ausbildungspläne sorgen und die Arbeit der Zug- und Gruppenführer kontrollieren. Er sei das Bindeglied zwischen den Wehren und der Verwaltung, muss Stadtrat und Bürgermeister in allen brandschutztechnischen Angelegenheiten beraten. Auch Stadtrat Wolfgang Kinszorra sah in der Arbeit eines Gemeindewehrleiters mehr als nur ein Hobby. Könne man die Aufgabenfülle überhaupt noch nebenbei bewältigen, fragte er. Wilhelm zeigte sich diplomatisch: "Sie sind der Stadtrat, sie entscheiden über die Planstellen."