Seit September sitzen die fünf junge Männer in einem Boot. Sie absolvieren eine Lehre zum Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Ihr Ausbildungsbetrieb ist die Tangermünder Werft und Ausbilder Klaus Engels voll des Lobes, wenn er vom ersten Lehrjahr spricht.

Tangermünde l "Sie sind interessiert, geschickt und immer bei der Sache", zählt Klaus Engels auf und findet noch weitere positive Argumente, wenn es darum geht, die jungen Männer zu beschreiben, die derzeit im ersten Lehrjahr unterwegs sind. Seit September bilden Paul Borchert, Justin Spintig, Tobias Safarikowa, Jan Schulz und Rico Schönewald das erste Lehrjahr in der Tangermünder Schiffsbau- und Entwicklungsgesellschaft (SET), auch bekannt als Werft. In dreieinhalb Jahren werden sie zu Metallbauern, Fachrichtung Konstruktionstechnik, ausgebildet.

"Das Miteinander ist richtig toll."

Paul Borchert

Neben den fünf beschäftigt die SET noch weitere acht junge Menschen - fünf im zweiten und drei im dritten Lehrjahr. "Die vier aus dem vierten Lehrjahr sind vor wenigen Wochen freigesprochen worden", sagt Engels. Während die SET 2014 alle Azubis übernommen hatte, kam in diesem Jahr kein einziger in Frage. "Es muss passen", macht der Ausbilder deutlich. Und ob "es passt", dazu haben alle Lehrlinge mindestens drei Jahre Zeit, das zu beweisen.

Für die fünf Sekundarschulabgänger liegt jetzt die zweite Woche auf dem Werftgelände hinter ihnen. Seit September haben sie die meiste Zeit in der BBA Stendal verbracht, dort die praktischen Grundlagen erlernt, die sie brauchen, um mit Werkzeugen arbeiten, Werkstücke herstellen zu können.

"Das war richtig gut", berichtet Justin Spintig. Ihr Können hätten sie nämlich bereits im Vergleich mit anderen unter Beweis stellen können und dabei bestens abgeschnitten.

Ihre Berufswahl haben die fünf bisher nicht bereut. "Klar hat man manchmal auch einen schlechten Tag und möchte hinschmeißen", sagt Paul Borchert. Doch schon der nächste Erfolg an der Werkbank baue wieder auf.

Auf ihrer "Lehrlingsinsel" in der Werft, wie Justin Spintig die Ausbildungswerkstatt nennt, beschäftigen sich die jungen Männer derzeit mit Schweiß-Techniken. Diese in der Praxis zu testen, darauf freuen sie sich schon. Und auch sonst sind die Azubis ein rundum gutes Team. "Das Miteinander ist richtig toll", berichtet Paul Borchert. "Wenn die Werkstücke gut gelingen und es Zustimmung vom Ausbilder gibt, ist das aufbauend", fügt Rico Schönewald hinzu.

Nach einem halben Jahr wissen die fünf, dass es wichtig war, in der Schule stets am Ball zu bleiben. "Mathe, Physik und Chemie sind wichtig für die Ausbildung hier", erklärt Justin Spintig. Die anderen stimmen ihm zu.

Wer ab September 2015 das 1. Ausbildungsjahr in der SET bilden wird, steht noch in den Sternen. "Wir haben noch keine einzige Bewerbung", sagt Klaus Engels, obwohl in den vergangenen Jahren etliche Tangermünder Schüler hier Praktika absolviert hatten. "Allerdings nehmen wir auch nicht jeden", lautet die klare Aussage des Ausbilders.

Wer mehr über den Beruf des Metallbauers in der Tangermünder Werft erfahren möchte, kann hier anrufen. Er kann aber auch zum Berufsinformationsabend in die Sekundarschule "Hinrich Brunsberg" kommen. Hier findet seit Jahren mit Vertretern der Agentur für Arbeit und Firmen der Region eine solche Veranstaltung statt. Sie steht Schülern und Eltern aller Schulformen offen.

Am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr gibt es in der Aula der Brunsbergschule Tipps und Informationen zu Wegen nach der Schulzeit.