Am Sonnabend fand die Jahresversammlung der Bismarker Feuerwehr sowie ihres Fördervereins statt. Lob gab es vom Kreisbrandmeister, scharfe Kritik ging in Richtung Einheitsgemeinde.

Bismark l "Am Neujahrstag wurden wir um 4 Uhr zu einem Brand in Arensberg alarmiert", blickte Ronny Heiland am Sonnabend auf das Einsatzgeschehen 2014 zurück. "Das war natürlich ein großartiger Start ins neue Jahr", erklärte Bismarks stellvertretender Ortswehrleiter mit einem Augenzwinkern. Gut 14 Tage später brannte es Mitternacht in der Bahnhofstraße. "In acht Minuten waren wir am Einsatzort", berichtete Heiland. "Das war beachtlich." Für den Einsatz gab es auch "Lob vom Kreisbrandmeister", wie Stadtwehrleiter Hans-Hermann Haak erklärte.

Insgesamt rückten die Bismarker Kameraden im Vorjahr zu 28 Einsätzen (neun Brände, 13 Hilfeleistungen, je eine Ölspur und Übung, vier Fehlalarme) aus, wie Ortswehrleiter Thomas Oesemann in seinem Bericht erklärte. Dabei wurden insgesamt 663 Stunden abgeleistet. Die Feuerwehr in Bismark zählt aktuell 77 Mitglieder, davon 46 Aktive. "Die Zahl hört sich doch ganz gut an", stellte Oesemann fest. Doch die Realität sehe anders aus. "Im Durchschnitt wurden nur zehn Kameraden alarmiert", verwies der Ortswehrleiter auf das allseits bekannte Problem der Einsatzfähigkeit gerade am Tag.

Besonderer Dank an Nico Koepsel und Olaf Jakobs

Thomas Oesemann ging auch auf die Umbau- und Renovierungsarbeiten im Gerätehaus ein. Es wurde gemalert, tapeziert sowie kleine Putzarbeiten ausgeführt. Einen besonderen Dank richtete Oesemann an Nico Koepsel und Olaf Jakobs, die "täglich von 10 bis 18 Uhr im Gerätehaus anzutreffen waren". Wobei Letzterer weder Mitglied der Feuerwehr noch des Fördervereins ist.

Mit Ronny Heiland wurde am Sonnabend der stellvertretende Ortswehrleiter verabschiedet. Es zieht ihn privat und beruflich nach Stendal. Die Jahresversammlung sprach sich einstimmig für Christian Stach, der auch über die erforderliche Qualifikation verfügt, als Nachfolger aus.

Scharfe Kritik gab es am Sonnabend seitens der Bismarker Wehrleitung sowie einiger Mitglieder gegenüber der Einheitsgemeinde. Dabei ging es nicht nur um die Kleiderkammer, die in Kläden eingerichtet werden soll. Kritisiert wurden defekte Brandmeldeanlagen, die fehlende Abgasabzugsanlage für das Bismarker Gerätehaus, die immer noch nicht abgeschlossene Risikoanalyse, Probleme mit dem Digitalfunk, Abstriche bei der Schutzbekleidung, fehlende Kommunikation und vieles mehr. "Die Kritik ist teilweise berechtigt", versuchte Stadtwehrleiter Hans-Hermann Haak zu relativieren. In Sachen Kleiderkammer stellte Haak fest: "Verantwortlich für die Ausrüstung ist der Träger, also die Einheitsgemeinde. Wie der Träger das macht, ist mir egal. Hauptsache, die Qualität stimmt und die Vorschriften werden eingehalten", so der oberste Feuerwehrmann der Einheitsgemeinde zu den Vowürfen von Mängeln bei der Schutzbekleidung. "Es muss aber keiner in die Käsestiefel seines Vorgängers treten."

Mit Blick auf die defekte Meldeanlage in Bismark, wegen der viermal umsonst ausgerückt werden musste, zeigte Hans-Hermann Haak überhaupt kein Verständnis. "Das kann nicht sein", stellte der Stadtwehrleiter unmissverständlich fest. Ordnungsamtsleiterin Irene Kersten versprach, die "vielen kritischen Worte mitzunehmen und anzusprechen". Darauf eingehen wollte sie am Sonnabend aber nicht.

Den Abschluss der Jahresversammlung bildeten wie gewohnt Ehrungen und Beförderungen (siehe Infokasten). Insgesamt 120 Jahre sind Walter Behnert und Heinz Starost für den Brandschutz im Einsatz. Beide wurden am Sonnabend im Gerätehaus für ihr jeweils 60-jähriges Engagement unter großem Beifall geehrt (weitere Berichte zur Kinder- und Jugendwehr sowie zum Förderverein folgen).

 

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