9000 Euro für die Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt sind das Ergebnis eines Treffens, das am Sonnabend in Tangermünde stattgefunden hatte. Unternehmer Bernd Zorn aus Stendal hatte es organisiert.

Tangermünde l Dass der Stendaler Unternehmer Bernd Zorn auch Grünkohlkönig war, werden die wenigsten wissen. Am Sonnabend gab er diesen Titel nach einem Jahr Regentschaft ab mit den Worten: "Es war mir eine Ehre, euer König zu sein." Mit Prinzessin Gudrun Boos an seiner Seite, einer gebürtigen Stendalerin, die Ärztin ist und in Biederitz bei Magdeburg lebt, war er vor einem Jahr dazu ernannt worden. Beide mussten das Programm der 13. Grünkohlfahrt des Magdeburger Kochklubs "Les fin becs" organisieren.

Knapp 100 Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands führte diese Aktion am Sonnabend nach Tangermünde. Doch kommen die Männer und Frauen nicht hauptsächlich zusammen, um Grünkohl zu genießen. Ein sehr ernster Hintergrund führt sie zusammen.

Im Frühjahr 2002 war der Kochclub in Magdeburg gegründet worden. Dessen Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, Spenden für den Verein " Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt" zu sammeln. Architekt Manfred Discher schlug dem Kochclub als zusätzliche Aktivität eine jährliche Grünkohlwanderung vor. Spenden sammeln, jedes Jahr in einer anderen Gegend Sachsen-Anhalts wandern und den Teilnehmern kulturell und geschichtlich Interessantes aus der Region zu bieten sowie in einem gemütlichen Lokal den traditionellen Grünkohl mit Pinkel in geselliger Runde zu genießen - das gehört nun seit Jahren zum Programm.

2015 stand Tangermünde auf dem Plan. Die Teilnehmer der Aktion erlebten eine Stadtführung mit Abstecher in das historische Rathaus. An der Grete-Minde-Figur vorbei ging es zum Buhnenkopf und an der Stadtmauer entlang bis zur Rossfurt. Im Grete-Minde-Saal wurde die Gruppe von der Big Band der Musikschule Stendal unter der Leitung von Benjamin Ullrich erwartet. Das Ensemble bot neben Jazz und Swing auch klassische Töne. Geschichtliches gab es dann noch in der im 12. Jahrhundert erbauten St. Stephanskirche. Von dort aus ging es für "Grünkohl-Wanderer" in die Alte Kanzlei auf der Burg Tangermündes. Melanie Busse, Inhaberin des Schloss-Hotels, erwartete die Gäste hier bereits, unterstützte die Idee sowohl personell als auch materiell.

Seit zwölf Jahren unterwegs

"Wir haben in zwölf Jahren 50 000 Euro Spendeneinnahmen überschritten", sagte Manfred Discher stolz. Allein mit dieser 13. Auflage der Grünkohlfahrt kamen 9000 Euro zusammen - das meiste seit 2002. Professor Marcell Heim, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie der Uni Magdeburg, freute sich über das gute Ergebnis. Seit der Gründung der Knochenmarkspenderdatei vor 20 Jahren wurden mehr als 37 000 Spender typisiert, registriert und 308 Knochenmark- beziehungsweise Stammzellentnahmen vermittelt.

Neuer König ist Hartmut Korthäuer aus Köln. An dessen Seite steht Pia Heim aus Biederitz. Sie helfen Manfred Discher bei der Organisation der 14. Wanderung - ob in Köln oder Sachsen-Anhalt, das steht noch nicht fest.