Der Mini-Bauernmarkt in der Stendaler Bahnhofshalle ist bald Geschichte. Die Deutsche Bahn hat der Betreiberin gekündigt - aus Gründen des Brandschutzes.

Stendal l Frische, Geschmack und Regionalität verkaufen - auf diesen Nenner hat Edith Stielow vor einiger Zeit das Konzept ihres Geschäftes gebracht. Nicht nur auf dem Stendaler Bauernmarkt an der Bruchstraße bietet die Eichstedterin darum seit vielen Jahren regionale Produkte an, sondern auch in ihrem Laden in Tangermünde und auf dem Mini-Bauernmarkt im Stendaler Bahnhof. Die Tage dieses Verkaufshäuschens mit Frischetheke sind nun allerdings gezählt. Ende des Monats ist Schluss - also am Wochenende.

Edith Stielow schließt nicht aus wirtschaftlichen Gründen. "Auf keinen Fall. Wir wären gern dort geblieben, der Laden wurde sehr gut von den Kunden angenommen", sagt die Unternehmerin. Geschlossen werden muss der Mini-Bauernmarkt, weil die Deutsche Bahn der Betreiberin den Stellplatz zum Ende des Monats Februar gekündigt hat - mit einem ganz kurzen Schreiben. "Ich habe dazu einen Satz erhalten", sagt die Eichstedterin.

Der Grund für den Rauswurf: "Auf Grund einer Kontrolle des Eisenbahn-Bundesamtes musste aus brandschutztechnischen Gründen die Kündigung ausgesprochen werden", teilte die Bahn-Pressestelle auf Volksstimme-Nachfrage ebenfalls kurz mit. Detailfragen könnten erst in der kommenden Woche beantwortet werden. Die Frage zum Beispiel, warum der Laden viele Jahre dort mitten in der Halle stehen durfte, ohne dass es brandschutztechnische Bedenken gegeben hat? Haben sich die Brandschutz-Anforderungen geändert?

Nicht nur mit Aushängen werden die Kunden darüber informiert, dass die Rollläden des kleinen Geschäftes am Wochenende zum letzten Mal hochgezogen werden. Die Information gibt es auch im Gespräch mit Kunden - und die reagieren mit Enttäuschung und Unverständnis. Kunden gab und gibt es viele. "Nicht nur Reisende, auch Anwohner hier aus der Nachbarschaft kaufen regelmäßig bei uns ein", erzählt Verkäuferin Anke Genzel. Bei Berlinern zum Beispiel, die hier arbeiten und mit dem Zug pendeln, sei die altmärkische Wurst sehr beliebt. Angeboten werden zudem Honig, Säfte, Äpfel, Suppen und Tee.