Beteiligung nach Altersgruppen
Kinder bis unter 15 Jahren:
- waren in 38 Fällen an Unfällen beteiligt, zwei mehr als im Vorjahr.
- Dabei wurden drei Kinder schwer und 17 leicht verletzt.
- In 25 Fällen wurden Verkehrsunfälle von Kindern verursacht, mit 21 Fällen hauptsächlich als Fahrradfahrer (Vorjahr: 15). Viermal waren Kinder als Fußgänger Unfallverursacher.
- Zehn Unfälle ereigneten sich auf dem Schulweg - doppelt so viele wie im Jahr 2013.

18- bis unter 25-Jährige:
- waren an 533 Unfällen beteiligt (156 weniger als im Jahr zuvor), davon in 503 Fällen als Pkw-Fahrer.
- Aus dieser Altersgruppe wurde eine Person getötet, 11 wurden schwer und 38 leicht verletzt.
- In 255 Fällen waren die jungen Fahrer die Verursacher, ein Rückgang um 57 Fälle zum Vorjahr.
- Beim begleitenden Fahrer eines 17-Jährigen gab es einen Unfall, der Junge war auch der Verursacher.

Über 65-Jährige:
- waren an 635 Unfällen beteiligt, in 412 Fällen waren sie auch die Verursacher.
- Aus dieser Altersgruppe wurden bei Unfällen 15 Personen schwer und 43 leicht verletzt.
- Sowohl bei der Beteiligten- als auch bei der Verursacherzahl gab es zum Vorjahr ein Plus.

An elf Stellen kracht es besonders häufig
Im Landkreis Stendal gibt es elf sogenannte Unfallhäufungsstellen und zwei Unfallhäufungslinien. Zum Unfallhäufungsort wird eine Stelle, wenn dort in einem Jahr mindestens fünf gleichartige Unfälle geschehen.
Orte mit dieser Unfallhäufung sind:
Stendal, Kreuzung Stadtseeallee/Erich-Weinert-Straße
Lüderitz, Kreuzung der Bundesstraße 189/Landstraße 30
Stendal, Kreuzung Arneburger Straße/Nordwall/Parkstraße (Schützenplatz)
Stendal, Kreuzung Magdeburger Straße/Tangermünder Straße (Nachtigalplatz)
Stendal, Kreuzung Altes Dorf/Bismarckstraße

Stendal, Kreisverkehr Moltkestraße/Scharnhorststraße
Stendal, Kreuzung Heerener Straße/Industriestraße
Stendal, Kreuzung Scharnhorststraße/Lützowstraße
Stendal, Kreisverkehr Scharnhorststraße/Körnerstraße (Kreisverkehr am Finanzamt)
Stendal, Einmündung Bergstraße/Nordwall (Häufung vermutlich wegen des stärkeren Verkehrs infolge der Umleitung)
Stendal, Kreuzung Moltkestraße/Stadtseeallee

Die Unfallhäufungslinien sind:
Bundesstraße 190 zwischen Seehausen-Tannenkrug
B189 zwischen Erxleben und Ziegenhagen

Monate mit den meisten Wildunfällen:
April (107), August (103), Oktober (113), November (123), Dezember (108)
Schwerpunkt nach Tageszeiten: Zwischen 5 und 8 Uhr sowie 17 bis 23 Uhr passierten 707 und damit 68 Prozent aller Wildunfälle.
Tierarten: Rehwild (726), Hasen/Wildkaninchen (77), Schwarzwild (69)
Bei Wildunfällen wurden 12 Personen verletzt.

Stendal l Ob Unfälle insgesamt, Tote, Leicht- oder Schwerverletzte - in der Verkehrsunfallbilanz des Polizeirevieres Stendal steht für das vergangene Jahr vor jeder Zahl ein Minus. Kein Wunder also, wenn Polizeirat Chris Schulenburg, Leiter des Reviereinsatzdienstes, von einem "äußerst positiven Trend" spricht. Ganz besonders hob er am Dienstag während der Vorstellung der Unfallstatistik für 2014 die Zahl für die Unfälle insgesamt hervor: Mit 3775 liegt diese erstmals unter der Marke von 4000. Konkret gab es im vergangenen Jahr 311 Unfälle im Landkreis Stendal weniger als im Jahr zuvor. Und noch etwas fällt positiv auf: Bei den Schwerverletzten gab es einen Rückgang von 24 Prozent, also knapp einem Viertel (weitere Zahlen zur Langzeitentwicklung siehe Grafik).

Ein Grund für den Rückgang ist zum Beispiel die stark gesunkene Zahl bei den Wildunfällen, die noch heute die Hauptunfallursache ist (siehe Beitrag unten). Einen Hauptgrund sieht Chris Schulenburg aber auch in der Arbeit der Polizei. Für 2014 hatte sie verstärkte Kontrollen angekündigt - und damit offensichtlich Erfolg. "Es freut uns, dass wir viele Alkohol- und Drogensünder aus dem Verkehr gezogen und die Straßen dadurch sicherer gemacht haben", sagte der Polizeirat gestern. Das spiegeln auch die Zahlen wider.

Ein Beispiel: Lagen die folgenlosen Drogenfahrten, die von der Polizei entdeckt wurden, zwischen 2009 und 2013 in der Spanne 19 bis 28, wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrskontrollen 92 Fahrer erwischt, die Drogen konsumiert hatten. Hinzu kommen sechs Fälle, in denen Fahrer unter Drogeneinfluss einen Unfall verursacht hatten. Hier lag der Spitzenwert bisher bei zwei Fällen im Jahr 2012. Auch die Raser hatte die Stendaler Polizei besonders im Blick. Schulenburg: "Unser Ziel ist es, gerade die schweren Unfälle zu verhindern."

Die Beamten wollen dort anknüpfen, wo sie 2014 aufgehört haben. "Wir wollen die Kontrollen auf dem hohen Niveau von 2014 halten", kündigte der Polizeirat an. Schwerpunkte dabei sollen neben Alkohol und Drogen sowie Raserei die Durchsetzung des Handyverbotes und der Gurtpflicht sein. Bei der Präventionsarbeit sollen Schulwegkontrollen ein Schwerpunkt werden. "Bei der Prävention wollen wir auf alle Altersgruppen und alle Risikogruppen zugehen", ergänzte Polizeihauptkommissar Marco Neiß, Pressesprecher des Polizeirevieres Stendal.

 

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