Wenn der Theater-Förderverein im Juni einen Schauspieler oder eine Schauspielerin mit dem Theaterpreis ehrt, dann wird die Preis-Figur Premiere haben. Vielleicht wird es eine Arbeit von Diesterweg-Sekundarschülern sein, die derzeit fleißig am Stendaler "Theater-Oscar" arbeiten.

Stendal l Zwei Masken, eine lachend, eine weinend - dieses bekannte Motiv der Theaterschaffenden haben Tim Steinmetz und Andreas Filitz für ihre Skulptur ausgewählt. Beide sind Schüler der Klasse 10b der Stendaler Diesterweg-Schule, und beide besuchen den Wahlpflichtkurs Kultur und Künste. Als Kunstlehrerin Bettina Radke vor einigen Wochen gelesen hatte, dass der Verein Freunde und Förderer des Theaters der Altmark zum Wettbewerb "Oscar gesucht" aufgerufen hat, schlug sie das den Zehntklässlern ihres Kurses vor. "Wir suchen ja immer eine besondere Herausforderung, die zum Lehrplan passt", sagte sie und fügte hinzu: "Eine solche Arbeit ist motivierender, als etwas nur für eine Zensur zu machen."

Und mit etwas Glück bekommt der Preisträger 2015, also ein Schauspieler oder eine Schauspielerin, eine der Arbeiten als Preis übergeben, die derzeit in der Diesterweg-Schule aus Pappmaché entstehen. Manche Schüler arbeiten allein an ihrer Skulptur, andere in Gruppen. "Es ist schon eine Herausforderung, so eine Figur hinzubekommen", erklärte Lehrerin Bettina Radke. Was sie gestalten, überlässt sie den Schülern. Nur eine Vorgabe hat sie gemacht, als nach den Ferien mit der Arbeit begonnen wurde: Es soll etwas Schlichtes sein, es soll sich auf die Form konzentriert werden. Eine zweite Idee hat Bettina Radke noch: einen Preis, gestaltet als Linolschnitt. Vielleicht geht sie diese Herausforderung noch mit den Zehntklässlern des Kunstkurses an.

Nach 14 Jahren Theaterpreis möchte der Förderverein jetzt einen neuen Weg gehen. "Und das wollen wir mit unserem Ziel, Kinder und Jugendliche für das Theater zu interessieren, verbinden", sagte Vorstandsmitglied Sigrid Nellessen gestern bei einem Besuch in der Schule. Noch bis Anfang Mai läuft der Schüler-Wettbewerb. Bei dem wird übrigens nicht nur die Preis-Figur selbst gesucht, sondern für diese auch ein Name. Der Oscar gibt der Aktion zwar den Titel, doch am 7. Juni soll kein Oscar verliehen werden (den gibt es ja schon), sondern eine neue Skulptur, die einen eigenen Namen hat.

 

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