Stendal l Beim mittlerweile fünften Kultursalon, geleitet von Daniela Frankenberg, Theaterförderverein, und Volksstimme-Redakteur Donald Lyko, ging es am Donnerstagabend erneut um "850 Jahre Stendal". Es gab viele neue Ideen und den Wunsch an die Stadt, entsprechend zu handeln.

Klaus Ortmann, Pressesprecher des Rathauses, verteidigte die Idee, dass das ganze Jahr über mit etlichen Aktivitäten gefeiert wird und dass "die Bürger selbst gestalten sollten". Das wollen sie auch. Doch wie Djulietta Opitz, Mitglied des Theaterfördervereins, deutlich machte: "Jetzt ist März. Da feiern wir also doch noch nicht das ganze Jahr! Und außerdem dürfen wir uns nicht verzetteln. Wir sollten uns auf eine Festwoche konzentrieren."

Damit traf Opitz auf große Zustimmung in der gut besuchten Runde im Theatercafé "Stendhal". Natürlich sind Aktionen wie die Ausstellung über die Sportgeschichte unserer Stadt, die von nächster Woche an bis nach Ostern in den Schaufenstern von Goldschmied Roever gezeigt werden wird, willkommen. Ebenso die Idee von Christian Frankenberg, der in seinem "Olivenbaum" 850 Flaschen des neuen Stendaler Rotspon für 850 Cent verkaufen wird, wovon 85 Cent pro Flasche an den Theaterförderverein gehen sollen. Doch solche Aktionen sollten nur eine Ergänzung sein zu einer richtigen Festwoche, die - so Ludwig Reinig, sachkundiger Bürger im Kulturausschuss - "vollgestopft sein sollte mit Kultur".

Wie Nicole Laupsien vom Veranstaltungsmanagement der Stadt gleich zu Beginn berichtete, ist ohnehin eine Festwoche im Oktober geplant. Den Auftakt nimmt sie mit einem Kolloquium zur Stadtgeschichte. Folgen sollen eine öffentliche Probe mit diversen Chören in St. Marien, ein Vortrag über die abenteuerliche Reise eines Winckelmann-Bronzekopfes, Vorführungen eines Films über den Festumzug von 1925 und ein Zapfenstreich des Kreisfeuerwehrverbandes, der damit zugleich sein 125-jähriges Bestehen feiert. Nicht zu vergessen die Stendaler Lichttage, die ebenfalls vom 10. Bis 17. Oktober stattfinden. Laupsien: "Es gibt noch einige Termine zu füllen", aber da sei sie zuversichtlich. Aus der Runde kamen viele Vorschläge. Zum Beispiel könnten die Kinderstadtführer, die es bald wieder geben soll, in der Festwoche Premiere feiern. Für dieses Unterfangen werden noch Freiwillige gesucht! Wer Kinder als Stadtführer ausbilden oder Kostüme für sie schneidern möchte, kann sich bei Marion Zosel-Mohr in der Freiwilligen-Agentur Altmark melden.

Rosemarie Dizner, ehemalige Mitarbeiterin des Theaters der Altmark, würde begrüßen, wenn in dieser Woche das Augenmerk auch auf den Gemeinden liegt, die mittlerweile zu Stendal gehören. "Die sollen sich und die Schätze ihrer Heimat voller Stolz präsentieren können." Für viele Einwohner der Stadt sicherlich eine Gelegenheit, das ländliche Umfeld besser kennenzulernen.

Claudia Klupsch, Öffentlichkeitsmitarbeiterin beim Johanniter-Krankenhaus, hatte sich vom Fernsehen inspirieren lassen: "Ich musste an diese Stadtwetten bei ,Wetten, dass...?` denken! Wie wäre es, wenn wir mindestens 850 Stendaler auf den Marktplatz bekämen, die alle das "Rolandlied" vom Roland-Spektakel singen würden?" Sie habe bereits beim MDR angefragt. So etwas würde wohl live übertragen.

Ideen und Anregungen gab es am Donnerstagabend genügend. Weitere können auf der Internetseite der Stadt gesammelt werden. Bürgerinitiative ist gefragt. Und bereits vorhanden. Aufgabe der Stadt ist nun die Bündelung und die finale Organisation, wie im Kultursalon erklärt wurde.

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