Das Zellstoffwerk in Arneburg hat für 2014 Umsatz- und Produktionsrekorde vorzuweisen. Mit Geld der Mercer-Gruppe, zu der die Fabrik gehört, konnten Kredite vorfristig bedient und die Finanzsituation verbessert werden.

Arneburg l Nach einer schwierigen Phase kommt das Zellstoffwerk in Arneburg wieder in die Erfolgsspur. Für das Geschäftsjahr 2014 konnte das Unternehmen einen neuen Umsatz- und Produktionsrekord vermelden, wie die Volksstimme bereits vergangene Woche berichtete. Erstmals in der Geschichte des seit 2002 bestehenden Betriebs konnte die Umsatzmarke von 400 Millionen Euro geknackt werden, teilte Geschäftsführer André Listemann mit. Durch Verkauf von Zellstoff, Bioenergie, Terpentin und Tallöl konnten 420 Millionen Euro erzielt werden. Allein der Verkauf von Zellstoff brachte 367 Millionen Euro (2013: 318 Millionen Euro) ein. Mit 671.000 produzierten Tonnen Zellstoff wurde das Rekordjahr 2012 überboten.

Ab 2016 könnte der alte Tarifvertrag wieder gelten

Noch im September 2014 sah sich die Geschäftsführung dazu veranlasst, an den Personalkosten zu sparen. Es gab eine Öffnung zum Tarifvertrag, der eine Laufzeit bis 2018 hat. Von einer 40-Stunden-Woche wurde zunächst auf wöchentlich 38 Stunden und ab 1. Januar auf 36 Stunden heruntergegangen. Effektiv verdienen die 450 Mitarbeiter der Zellstoff Stendal GmbH 5,6 Prozent weniger als zuvor. Ausgenommen von der Regelung sind die 150Mitarbeiter der Zellstoff Stendal Holz GmbH, der Zellstoff Stendal Transport GmbH sowie die Auszubildenden.

"Durch moderate Senkung der Personalkosten, haben Mitarbeiter und Management von Zellstoff Stendal einen erheblichen Beitrag zur verbesserten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens geleistet", sagt Geschäftsführer Listemann. Auch der bessere US-Dollar-Kurs gegenüber dem Euro trägt zu dem Ergebnis bei, betont er.

"Die Entwicklung stimmt mich optimistisch", sagt Jan Melzer von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Dies berechtige zur Hoffnung, dass ab Januar 2016 zum Tarifvertrag zurückgekehrt werden könne. In der Öffnungsklausel wurde festgelegt, dass diese aufgehoben wird, wenn das Unternehmen einen Gewinn von 87Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielt. "Die Tendenz geht dorthin", sagt der Gewerkschaftssekretär.

425 Mitarbeiter haben bis 2018 eine Jobgarantie

Für 2015 rechnet die Unternehmensführung mit dem Erreichen der Gewinnzone, wie Geschäftsführer Andé Listemann bestätigt. Die Firma, die zum amerikanisch-kanadischen Konzern Mercer International gehört, konnte 2014 vorfristig Bankkredite abzahlen. Es wurde vom Konzern Geld auf dem privaten nordamerikanischen Kapitalmarkt aufgenommen. Es konnten Bürgschaften des Landes und des Bundes vorfristig zurückgegeben werden, die 2002 für Investitionskredite in ungenannter Höhe gegeben wurden. Mercer hat 2013 und 2014 jeweils 20 Millionen US-Dollar (etwa 15,8 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt sowie weitere Darlehen. "Unsere Finanzierung ist bis 2022 abgesichert", so Listemann.

Eine Arbeitsplatzgarantie für 425 Mitarbeiter der Zellstoff Stendal GmbH bis 2018 gilt weiter, wie Jan Melzer bestätigt. Eine entsprechende Garantie ist mit Fördermitteln in Höhe von 9,16 Millionen Euro aus 2011 verknüpft.

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