Stendal l Husten, Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und das Fieber darf natürlich auch nicht fehlen. Seit Wochen hält sich hartnäckig der Grippevirus in Deutschland und macht auch vor der Altmark nicht Halt. 409 Meldungen wurden dieses Jahr bisher an das Gesundheitsamt weitergeleitet, davon sind 176 mit der Diagnose Influenza labortechnisch bestätigt worden. Vier Personen mussten stationär behandelt werden, darunter drei Kinder. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Tendenz ist abnehmend.

Grippewelle zieht sich langsam zurück


"Wir hoffen, dass wir bis Ostern mit der Grippe durch sind", sagt Dr. Iris Schubert, Amtsärztin im Gesundheitsamt des Landkreises Stendal. "Im Normalfall dauert eine so eine Grippe-Epidemie knapp zehn Wochen. Das Gröbste haben wir, hoffe ich, überstanden."

Auch die aktuellen Meldungen vom Landesamt für Verbraucherschutz lassen aufatmen. Im Sachsen-Anhalt-weiten Vergleich liegt der Kreis Stendal jetzt "nur" noch im mittleren Gefahrenbereich, Tendenz fallend. Ein Blick in den Nachbarkreis Salzwedel verrät: Hier ist noch Durchhalten angesagt. Die Influenza-Häufigkeit ist hier sogar im sehr hohen Bereich angesiedelt, Tendenz gleichbleibend.

Und noch etwas ist interessant: Während landesweit der Influenza-Virus vom Typ H3N2 grassiert, schirmt sich die Altmark mit ihrem Grippevirus-Typus ab. "In der Altmark kommt vorwiegend der H1N1-Virus vor", so Schubert.

Warum das so ist, kann sie sich nicht erklären, und auch aus dem Fachkollegium kommt nur Schulterzucken. "Das wäre mal ein Thema für eine Doktorarbeit", sagt sie scherzhaft. Wird dann aber gleich wieder ernst: "Den H1N1-Virus hatten wir im Jahr 2009 schon mal. Aber er hat sich verändert. Dadurch wirkt die Grippeschutzimpfung nicht so, wie es sein soll."

Mit gesunder Lebensweise vorbeugen


Lohnt es sich dann überhaupt, sich gegen Grippe impfen zu lassen? "Impfen ist wie Training", sagt Iris Schubert und meint damit, dass, wer regelmäßig trainiere, auch fitter sei. Ähnlich sei es mit dem Impfen. Zwar könne nicht garantiert werden, nicht doch von der Grippe befallen zu werden, aber die Auswirkungen seien geringer als ohne Impfung, weil der Körper der Krankheit Abwehrstoffe entgegensetzen kann.

Einen 100-prozentigen Schutz vor der Grippe gibt es also nicht. Aber es gibt doch bestimmt Tricks, wie man sich vor der Grippe schützen kann? "Gesund leben", sagt Iris Schubert. Das klingt nach uralten Ratschlägen aus Omas Zeiten: frische Luft, Bewegung und ansonsten eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

Aber ist es denn wirklich so einfach? "Ja, natürlich", sagt Iris Schubert und klingt wieder sehr fröhlich. "Es muss doch nicht immer alles kompliziert und hochwissenschaftlich sein. Manchmal sind es auch die einfachen Dinge im Leben, die helfen. Das wussten auch schon unsere Großeltern."