Der Veranstaltungskalender für das Stendaler Jubiläumsjahr füllt sich mehr und mehr. Und auch während der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag gab es weitere Vorschläge für die Festwoche.

Stendal l Da konnte Herbert Wollmann (SPD), der für diese Sitzung die Leitung im Kulturausschuss übernommen hatte, nur verbal den Hut ziehen: "Alle Achtung, was Sie da organisieren." Seine Worte richtete er aber nicht an die Verwaltung, sondern an Linke-Stadträtin Gesine Seidel. Sie hatte in den vergangenen Wochen nicht nur im Stadtrat, während der Ausschusssitzungen und beim Kultursalon viele Ideen vorgetragen, sie war auch fleißig in der Stadt unterwegs, um zum Mitmachen zu motivieren und Partner zu gewinnen. Und so berichtete sie von Gesprächen in einigen Großbetrieben, die sich mit Führungen (Stichwort: Wirtschaftsgeschichte Stendals) oder finanziell beteiligen möchten. Auch zum Stendaler Krankenhaus hat sie Kontakt aufgenommen. Das könnte sich vorstellen, berichtete Gesine Seidel, Kinderzeichnungen zum Thema 850 Jahre Stendal auszustellen.

Festsitzung des Stadtrates

Auch diese Idee notierte sich Stadtsprecher Klaus Ortmann, der während der Ausschusssitzung die Organisationsgruppe der Stadtverwaltung vertrat. Er hatte zu Beginn der Diskussion den aktuellen Stand für die Festwoche vom 10. bis 18. Oktober vorgestellt. Beginnen soll sie mit einem Kolloquium zur Stadtgeschichte und enden mit einer Festsitzung des Stadtrates. Bisher war von einem Sonderstadtrat die Rede, aber dieser Begriff habe eine andere Bedeutung als das, was für den 18. Oktober geplant ist, erläuterte Ortmann.

Für diesen Tag ist seit langem ein Jütting-Konzert vorgesehen mit dem Pianisten Sebastian Berakdar aus Hannover. Das Vorhaben, beides zu kombinieren, sei "schwer vorstellbar", sagte Michael Hentschel, Vorstandsmitglied der Stiftung. Denn gemäß des Stipendiaten-Vertrages müsse Sebastian Berakdar - er wird mit 8000 Euro unterstützt - ein eineinhalbstündiges Konzert geben. Das mit einer Festsitzung zu verknüpfen, bei der es Reden und eventuell einen Vortrag geben wird, sei schwer umsetzbar. Darum schlug er vor, dass der Pianist am Freitag oder Sonnabend zuvor auftreten könnte, wenn sich die Sitzung verlegen lässt. Die Stiftung selbst möchte am Termin 18. Oktober um 17 Uhr festhalten - denn der ist den Stammbesuchern bekannt, und davon gibt es immerhin zirka 200.

Internetseite gut genutzt

Klaus Ortmann zählte für die Festwoche als weitere Aktivitäten den Zapfenstreich des Kreisfeuerwehrverbandes auf dem Marktplatz, den Bürgerchor mit 850 Sängern, Vortrag und Ausstellungseröffnung im Winckelmann-Museum, Chorkonzert in St. Marien und einen Filmnachmittag auf, bei dem Material vom Festumzug des Altmärkischen Heimatfestes 1925 gezeigt werden soll.

Das war für Ludwig Reinig, für die Linke-Fraktion berufener Bürger im Ausschuss, das Stichwort. "Es hat mich traurig gemacht, dass wir einen Festumzug nur als Film anbieten", sagte er. Die Vorbereitungsgruppe habe sich bewusst dagegen entschieden, sagte Ortmann noch einmal, weil die Stadt nicht 30000 oder 40000 Euro ausgeben will für einen dreistündigen Umzug, der im schlechtesten Fall bei Regen stattfinden würde.

Apropos Geld: Für die Aktivitäten zum Jubiläumsjahr sind bisher 10000 Euro im Stadthaushalt eingeplant. Nun sollen zusätzlich 3000 bis 4000 Euro mehr ausgegeben werden. Die Stadt freue sich über die vielen Vorschläge und Initiativen, "und wir als Verwaltung würden gern die Rahmenbedingungen dafür schaffen", bot Klaus Ortmann an.

Was los ist im Jubiläumsjahr, können Interessenten auf der dafür eingerichteten Internetseite (www.850jahre.stendal.de) nachlesen. Für diese gab es am Dienstag "ein großes Lob" von Gesine Siedel: "Die Seite wird sehr gut angenommen."