"Familie im Wandel" heißt die neue Ausstellung, die am Sonnabend im Altmärkischen Museum eröffnet wird. Dargestellt wird dieser Wandel an der Familie von Bismarck, die am Wochenende ihr großes Treffen in der Altmark hat.

Stendal l Wer ab Sonnabend durch den Kreuzgang geht, begegnet Nikolaus und Anna von Bismarck. Nicht in der Wirklichkeit, aber als Abbildung. Der Gründer des Stendaler Gertraudenstiftes und die Stammmutter aller von Bismarcks bilden den Anfang der Ausstellung "Familie im Wandel", die die Familie von Bismarck als Beispiel nimmt. Ihr erstes Gespräch mit Familienoberhaupt Ernst von Bismarck hatte Museumsleiterin Gabriele Bark vor rund eineinhalb Jahren. "Seit einem Jahr sind wir am Zusammentragen", sagte sie gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Jagdtrophäen und teures Porzellan

Wie ein roter Faden zieht sich die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch die Ausstellung. So ist einige Meter weiter ein Foto vom jüngsten Familientreffen angebracht. Eine Galerie zeigt die altmärkischen Herrenhäuser von Briest bis Schönhausen und zahlreiche Leihgaben aus dem Bismarckschen Privatbesitz machen das Familienleben anschaulich. Da gibt es Jagdhörner und Jagdtrophäen, hochwertiges Geschirr aus der Königlichen Porzellanmanufaktur und sogar ein Stück aus dem Bismarckschen Silberschatz, der vor 15 Jahren bei Bauarbeiten auf dem Gutshof Welle gefunden wurde.

In die obere Etage wird der Besucher zunächst von Porträts der Eltern Otto von Bismarcks und dann von ihm selbst als junger Mann begleitet, ein Stück weiter lächeln Klaus und Philipp von Bismarck von der Wand. Ersterer ist der Vater des heutigen Familienoberhauptes und war 15 Jahre lang Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Letzterer saß von 1969 bis 1979 im Bundestag. Wieder die Verbindung zwischen alter und neuer Zeit. "Wir haben nicht sehr viel Otto von Bismarck, denn das ist nicht unser Schwerpunkt", erklärte Bark.

Der erwartet den Besucher wenige Meter weiter: die Familie. Ernst von Bismarck hat sich viele Gedanken über die Bedeutung der Familie gemacht, ihre Veränderung im Laufe der Jahrhunderte und unterschiedliche Erziehungsmethoden. "Und wir haben seine Texte in Objekten dargestellt", erläuterte die Museumsleiterin. Ein Taufkleid ist zu sehen, ein Brautkleid abgebildet.

Zu den Vorbereitungen gehörte auch ein Besuch auf Schloss Friedrichsruh. Fürst Ferdinand von Bismarck und die Fürstin Elisabeth sagten sofort zu, dass auch sie Leihgaben zur Verfügung stellen werden. So fand auch eine Schleife, die Otto von Bismarck getragen hat, ihren Platz in einer Vitrine. Diamantbesetzte Manschettenknöpfe, die er einst vom Kaiser geschenkt bekam liegen neben einer klassischen Uhr, die erst vor wenigen Jahren verschenkt wurde.

Abgerundet wird die Ausstellung von elf heutigen Mitgliedern der großen Familie. Sie wurden in Berlin interviewt, der Offene Kanal drehte einen Film. Der 24-minütige Streifen läuft während der Ausstellung in einer Endlosschleife. Auf hochformatigen Transparenten werden die Interviewpartner persönlich vorgestellt.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ausstellung Anstoß für noch etwas Größeres ist", denkt Gabriele Bark schon voraus. Auch, dass die Ausstellung auf Wanderschaft geht, hält sie für möglich.

 

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