Insgesamt 7770 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Stendal begangen. Das bedeutet im Vergleich zu 2013 einen Rückgang um 91 Fälle. Die Aufklärungsquote beträgt 56,8 Prozent.

Stendal l Im Landkreis Stendal lebt es sich recht sicher. Das ist das Fazit, das Polizeisprecher Marco Neiß am Mittwoch nach der Präsentation der Kriminalitätsstatistik 2014 zog. Insgesamt wurden 7770 Straftaten begangen, 4412 davon aufgeklärt. Das entspricht einer Quote von 56,8 Prozent. "Damit liegen wir im Landesmittel", sagte Bernd Janschkowski, Leiter des Revierkriminaldienstes. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 8000 Straftaten, mit einer leicht fallenden Tendenz. Im Jahr zuvor waren es 91 Straftaten mehr gewesen.

Mit 44 Prozent bilden die Diebstähle den Schwerpunkt in der Statistik. 3423-mal wurde etwas im Landkreis Stendal gestohlen. Vor allem Fahrräder waren Objekt der Begierde. Die Polizei registrierte insgesamt 758 Fälle, das bedeutet einen Anstieg um 227. In der Zeit von Juni bis September wurden teilweise bis zu zehn Fahrräder am Tag geklaut. "Im Oktober haben wir einen 18-Jährigen festgenommen, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt", sagte Janschkowski. Seitdem sind die Fahrraddiebstähle stark zurückgegangen.

Mehr Einbrüche am helllichten Tag

Zugenommen haben auch die Einbrüche am Tag, also in der Zeit zwischen 6 und 21 Uhr. Sie stiegen von 37 auf 52. Nachdem ebenfalls ein möglicher Täter mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt, hofft die Polizei auch in diesem Bereich auf einen Rückgang.

Den hat es sogar deutlich bei den so genannten Rohheitsdelikten gegeben. Dazu gehören Raub, räuberische Erpressung und Körperverletzung. Insgesamt waren es 1024, 171 weniger als 2013. Die Aufklärungsquote liegt bei 92,8 Prozent. "Die ist naturgemäß sehr hoch", erklärte Janschkowski, "in fast allen Fällen gibt es eine Täter-Opfer-Beziehung und meistens auch Zeugen."

Ähnlich verhält es sich bei Vergewaltigungen (6 Fälle) und sexuellem Missbrauch von Kindern (23). Hierbei hat das Polizeirevier eine lupenreine Aufklärungsquote von 100 Prozent.

Sehen lassen kann sich durchaus auch die Aufklärungsquote von den Betäubungsmitteldelikten. Davon gab es im vergangenen Jahr 419; 404 (96,7 Prozent) wurden aufgeklärt. 2013 sind es lediglich 288 Delikte gewesen. "Dafür gibt es vor allem zwei Gründe", erläuterte Janschkowski. Zum einen seien im vergangenen Jahr zwei größere Verfahren abgeschlossen worden, nun würden die Anzeigen gegen die Konsumenten geschrieben.

Amphetamine beliebteste illegale Droge

Im Januar 2014 wurde nach zweijährigem Ermitteln ein 26-Jähriger aus Goldbeck festgenommen, der zwischenzeitlich zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhab Jahren verurteilt wurde. Bei ihm wurden rund 300 Gramm Marihuana und 35 Gramm Kokain gefunden.

Im März wurden in einem Verfahren gegen einen 25-jährigen Stendaler mehrere Durchsuchungen vorgenommen, die zur Sicherstellung von 800 Gramm Amphetaminen und geringen Mengen Marihuana führten. Der Stendaler wurde bereits zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Als weiteren Grund nannte der Kriminaldienstleiter die verstärkten Kontrollen von Autofahrern auf Drogenkonsum. Amphetamine (178 Fälle) haben Cannabis (157) als beliebteste illegale Droge mittlerweile überholt. Die meisten Drogenkonsumenten sind im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, es folgen die Altersgruppen 18 bis 21 und 23 und 25 Jahren. "Ab 40 wird man offenbar vernünftig", merkte Janschkowski an.

Für den Drogenmissbrauch gilt das so. Bei den gesamten Tatverdächtigen allerdings stellen die 21- bis 60-Jährigen mit knapp 74 Prozent die Hauptgruppe. Die kleinste Gruppe sind die Kinder unter 14 Jahren, aber immerhin gehen 118 Straftaten auf ihr Konto. 55-mal handelte es sich um Diebstahl, in 33 Fällen Ladendiebstahl, sie begingen 33-mal Körperverletzung und 25-mal Sachbeschädigung.

Froh ist man im Stendaler Polizeirevier darüber, in zwei Kategorien eine Null stehen zu haben. "Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis keinen Mord und keinen Totschlag", sagte Janschkowski.

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