Von Wolfgang Biermann

Stendal l Das Landgericht Stendal hatte für den gestrigen Mittwoch einen Termin zur Verkündung der weiteren Vorgehensweise im Prozess um Geldforderungen eines Bauunternehmers gegen die Kreissparkasse angekündigt. Der Termin ist nun auf den 15. April verschoben worden.

Begründet wurde die Terminverschiebung damit, dass die 1. Zivilkammer unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsidentin Haide Sonnenberg beiden Parteien auf schriftlichem Weg einen Vergleichsvorschlag unterbreitet habe, über dessen Annahme der Bauunternehmer Hans-Joachim M. als Kläger und die Kreissparkasse Stendal als Beklagte bis dahin entscheiden sollen.

Wie berichtet, fordert Hans-Joachim M., der in der Ära Burmeister als von der Sparkasse meist bevorzugter Bauunternehmer galt, von seinem Auftraggeber knapp 10000 Euro für Bauarbeiten am sparkasseneigenen Fachwerkhaus Hallstraße 67 nach. Dabei geht es um die Erstellung eines Fahrradunterstandes. Im Prozesstermin am 3. Februar hatte das Gericht M. die eingeklagten 9963,64 Euro wohl zugesprochen.

Die Sparkasse will indes angeblich mangelhaft ausgeführte Bauarbeiten in der Geschäftsstelle Schollene mit der 10000-Euro-Forderung aufrechnen. Bausachverständiger Axel Schill hatte in seinem Gutachten die Ausführung eines Teils der Arbeiten in Schollene bemängelt. Für das Gericht ist es "unstreitig", dass Gegenansprüche der Sparkasse bestehen.

Konkretes über den Inhalt des Vergleichsvorschlages des Gerichts war nicht zu erfahren. Da das Gericht im Februar aber schon die Richtung vorgegeben hat, sehen die Erfolgsaussichten für Bauunternehmer M. auf Einforderung der Gesamtsumme von 10000 Euro wohl nicht sonderlich rosig aus, mutmaßen Insider.