Stendal l Der Altmärkische Tierschutzverein hatte zur Jahreshauptversammlung in die "Alte Schule" nach Borstel eingeladen. In seinem Rückblick über das vergangene Jahr betonte der Vorsitzende Carlo Jung, dass neben aktiven Teilnahmen an Aktionen gegen die Massentierhaltung, Tierversuche und zur Erhaltung der Artenvielfalt das Tierheim mit den umfangreichen Aufgaben in Borstel mit den Außenstellen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht.

Weniger Fundtiere, dafür werden mehr vermittelt

So wurden im vergangenen Jahr 160 Hunde, 279 Katzen und 48 andere Kleintiere wie Vögel, Kaninchen oder Hamster aufgenommen. Die Zahl ist rückläufig. Demgegenüber stehen 325 vermittelte Tieren, eine Zunahme gegenüber dem Jahr 2013.

"Probleme bereiten uns die sogenannten Vorfallhunde, die schon zugebissen haben, denn mit diesen dürfen nicht nur Pfleger mit einem Sachkundenachweis arbeiten, sondern auch die künftigen neuen Besitzer. Da die Prüfungen mit Kosten und erhöhten Hundesteuern verbunden sind, sind diese Hunde kaum zu vermitteln. Probleme bereiten auch die Hunde, die wegen schlechter Haltung, krank oder abgemagert dem Tierheim übergeben werden, wo sie aufgepäppelt und umfangreich tierärztlich versorgt werden müssen. So verwundert es nicht, dass knapp 275000 Euro für die Tierversorgung, Nebenkosten und Investitionen im Jahr benötigt werden. "Verbunden mit den Mindestlohnbezügen, mussten wir den Kommunen mitteilen, dass die Zuschüsse, die sich nach der Einwohnerzahl richten, neu festgelegt werden müssen. So werden diese von 1,41 Euro pro Einwohner auf 1,93 Euro erhöht. Bis auf Tangerhütte haben die meisten Ortsvertretungen dieser Maßnahme zugestimmt," betonte der Vorsitzende.

Ein Dauerbrenner ist immer noch die Kastration freilaufender Katzen. So musste der Verein für diese Kastrationen rund 13300 Euro aufbringen. Mit bewilligten 3000 Euro vom Tierschutzbund, können in diesem Jahr zusätzlich 62 Katzen kastriert werden. Wer das Tierheim besucht, wird sicherlich feststellen, dass laufend Investitionen getätigt werden, um die Haltungs- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. So wurde das neue Katzenhaus mit den Ausläufen zur Straßenseite der Nutzung übergeben. Mit Unterstützung einer Erbschaft können auch die Ausläufe auf der Rückseite bald fertig gestellt werden.

Neue Investitionen in diesem Jahr geplant

In diesem Jahr ist weiterhin geplant, die Baufreiheit für ein neues zweites Katzenhaus zu schaffen, eine Futterküche am Hunderondell einzurichten und die Haltebedingungen für die Kleintiere auszubauen. Auch eine neue Kläranlage ist geplant. Da sich in verschiedenen Bereichen personelle Veränderungen ergaben, wurde eine Neuwahl des Vorstandes notwendig. Dem Vorsitzenden Carlo Jung stehen Christa Wichmann, Carola Marmodee, Petra Weigert und Romualdo Maier für vier Jahre zur Seite. Insgesamt hat der Tierschutzverein 234 Mitglieder.