Der Stadtverband Stendal der Partei Die Linke schickt 37 Bewerber in den Wahlkampf um die Stadtratsmandate - und damit deutlich mehr als vor einem Jahr. Beim Stadtparteitag am Sonnabend wurde die Kandidatenliste verabschiedet.

Stendal l Das Ziel ist ganz klar formuliert: Die Linken möchten im neuen Stendaler Stadtrat die größte Fraktion stellen. Diese Marschrichtung gab am Sonnabend der derzeitige Fraktionsvorsitzende Joachim Röxe vor. Als Spitzenkandidat wird er - wie schon vor einem Jahr - ganz vorn marschieren. Mit ihm bewerben sich weitere 36 Männer und Frauen. Zur Linken-Liste bei der Stadtratswahl im Mai 2014 ist das eine deutliche Steigerung, denn damals hatte es 23 Bewerber gegeben. "Es gibt so viele Bewerber wie bisher nie", freute sich Werner Schmidt, Vorsitzender des Stadtverbandes, über die "Menschen mit Persönlichkeit und Ausstrahlung", die auf der offenen Liste kandidieren. Joachim Röxe beschrieb das Bewerberfeld als "neue Liste, die sich qualitativ und quantitativ von der vor einem Jahr unterscheidet".

Im Vorfeld hatten die Mitglieder des Stadtvorstandes und der Stadtratsfraktion viele Gespräche geführt, um Mitstreiter aus möglichst vielen gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen ins Boot zu holen. Mit Erfolg, wie die Vorstellungsrunde der Kandidaten am Sonnabend im Saal des Landratsamtes gezeigt hat. Neben den elf aktuellen Stadträten der Linke-Fraktion stehen so zum Beispiel Manfred Meckel, Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde, Gunda Tanne als Mitarbeiterin der Abfallentsorgungsgesellschaft ALS, die SWG-Mitarbeiterin und Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Sabrina Fielitz, Alstom-Betriebsrätin Karin Köppe, Elona Streicher, die sich ehrenamtlich für Obdachlose und Asylbewerber engagiert, sowie Gerd Schnee als Mitarbeiter des Tiergartens und aktiv im Wahrburger Fußball auf der Liste. Hinzu kommen viele, die sich sozial, kulturell oder im Sportbereich einbringen. Das Altersspektrum reicht von 21 bis 69 Jahren. Etwa die Hälfte der Kandidaten sind keine Mitglieder der Partei, zwei kündigten während der Veranstaltung aber bereits den Eintritt an.

"Wir treten mit diesen Kandidaten an, um den CDU-Filz aufzubrechen"

Spitzenkandidat Joachim Röxe

Nachdem der 62-jährige Joachim Röxe als einziger Bewerber einstimmig - von 67 Mitgliedern des Stadtverbandes waren 28 anwesend - zum Spitzenkandidaten gewählt worden war, stimmten die Genossen zuerst über die Frauenliste ab und anschließend über die gemischte Liste. Nach Reißverschluss-Prinzip wurden am Ende beide zusammengefügt, so dass es den Wechsel zwischen den 19 männlichen und 18 weiblichen Bewerbern gibt. Auf der Frauenliste schaffte es Katrin Kunert auf den ersten Platz. Dadurch kommt sie auf der Gesamtliste hinter ihrem Mann auf Platz zwei (weitere Listenplätze siehe Info-Kasten).

"Diese Liste ist ein starkes Signal an die Wähler", sagte Joachim Röxe. Die Liste mache deutlich, "dass wir für den politischen Wechsel stehen" - den im Stadtrat, aber auch den in der Verwaltung. "Wir treten mit diesen Kandidaten an, um diesen CDU-Filz endlich aufzubrechen und zu beenden", formulierte Röxe das klare Ziel, nachdem er auf die ungültige Stadtratswahl 2014 eingegangen war, die jetzt die neue Stadtratswahl notwendig macht. Darum plädierte er dafür, "im Wahlkampf die Täter ruhig zu benennen und die Wähler immer wieder darauf aufmerksam zu machen".