Rucksack aus einem Fahrradkorb gestohlen - in den vergangenen Tagen haben sich diese Nachrichten gehäuft. Die Polizei spricht von aktuell 15 Diebstählen dieser Art in Stendals Innenstadt.

Stendal l 16. März, gegen 11.45 Uhr, Mönchskirchhof, Höhe Westwall: Einer 66-Jährigen wird die Handtasche aus dem Fahrradkorb auf dem Gepäckträger gestohlen. Als sie anhält, um die Straße zu überqueren, rempelt der Täter sie an, greift nach der Handtasche und flieht in Richtung Moltkestraße. Dass die Henkel der Tasche um den Sattel gebunden waren, hat den Diebstahl nicht verhindert.

24. März, 15 Uhr, Petrikirchstraße: Als eine 61-Jährige vor ihrem Grundstück hält, um das Tor zu öffnen, reißt ein Vorbeifahrender ihre schwarze Aktentasche vom Gepäckträger. Inhalt: Geldbörse, Handy, Schlüsselbund und Bargeld.

26. März, gegen 18.30 Uhr, Frommhagenstraße, Höhe Roonstraße: Im Vorbeifahren greift sich ein Mann den Rucksack, den eine 71-jährige im hinteren Fahrradkorb hat.

27. März, 16.30 Uhr, Wendstraße: Als eine 26-Jährige vor dem Krankenhaus ihr Fahrrad anschließen will, fährt ein Mann auf dem Rad vorbei, greift sich aus dem Korb den Rucksack der Frau und flüchtet in Richtung der Elisabethstraße...

Das sind vier Fälle einer Serie, die nach Angaben der Polizei aktuell 15 Fälle umfasst. Allerdings gehen die Beamten nicht von Bandenkriminalität aus. "Es handelt sich vermutlich um einen Einzeltäter, der die Unachtsamkeit der Leute bewusst ausnutzt und sich auf dieses Vorgehen spezialisiert hat", sagte Marco Neiß, Sprecher des Polizeirevieres Stendal, auf Nachfrage. Auf einen Einzeltäter würden die Beschreibungen hindeuten, die Geschädigte und Zeugen abgegeben haben. Auch wenn es "gewisse Differenzen" in den Beschreibungen gibt, gibt es klare Übereinstimmungen. So wird der Täter als sportlicher schlanker Typ, etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß und dunkelhaarig beschrieben. Er trug schwarze Kleidung.

Die Vorgehensweise ist fast immer gleich. Der Täter nähert sich auf einem Fahrrad seinem Opfer und schnappt sich im Vorbeifahren die Tasche oder den Rucksack. Die Tat selbst dauert nur wenige Sekunden, denn mit seiner Beute macht sich der Mann schnell davon.

"Die Taten haben sich vorwiegend im Bereich der Stendaler Innenstadt ereignet beziehungsweise in den Randbereichen", erklärte Marco Neiß. Aus anderen Orten oder Revierbereichen seien Fälle mit einer derartigen Vorgehensweise derzeit nicht bekannt.

Bei den meisten der bisher bekannten Fällen handelt es um einfache Diebstähle: Rucksack oder Tasche werden einfach aus dem Fahrradkorb genommen. Wird das Opfer aber weggeschubst oder festgehalten oder ihm mit Gewalt gedroht, um an die Beute zu kommen, kann die Tat zum räuberischen Diebstahl oder sogar zum Raub werden.

Hinweise: Polizeirevier Stendal, Telefon 03931/685291.