Tangerhütte l Für Gisela und Otto Breutling aus Tangerhütte war die Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine, in der sie kein Auge zugetan haben. Das Paar, das im Wohngebiet Buchte wohnt, fühlt sich von Stadt und Feuerwehr allein gelassen. Mehrere große Pappeln hatte der Sturm hinter ihrem Haus in bedrohliche Schräglage gebracht und das schon am Dienstagmittag.

Ihr Nachbar habe daraufhin im Ordnungsamt angerufen, die Feuerwehr sei auch mit der Drehleiter angerückt und habe einen Ast zum Nachbargrundstück gekappt. Doch der Rest der gewaltigen Bäume blieb stehen. "Man weiß doch nie, wohin die kippen", sagt Gisela Breutling verzweifelt. Ihr herzkranker Mann Otto (80) konnte wie die 76-Jährige selbst in der Nacht nicht schlafen.

Sie befürchten, dass die Bäume auch ihren Hausgiebel erwischen, wenn sie fallen. Oder dass sie, was noch schlimmer wäre, Passanten treffen könnten. Sowohl ihr Vorgarten als auch der Bereich hinter dem Haus, wo ein Fußweg entlangführt, seien gefährdet, erläutern sie.

Auch nach nochmaligem Anruf ihrer Tochter im Rathaus sei nichts geschehen. Wie der Bauamtsleiter und stellvertretende Bürgermeister Erich Gruber auf Volksstimme-Nachfrage erklärte, sei am Dienstagnachmittag vor Ort entschieden worden, dass der Einsatz der Feuerwehr wegen des Sturmes eine unnötige Gefährdung der Kameraden gewesen wäre und deshalb abgebrochen wurde. Darüber hinaus gab es an dem Tag weitere Einsätze. Gruber hatte sich am Dienstag und auf Bitte der Tochter am Mittwoch noch einmal ein Bild vor Ort gemacht und sagte, es sei keine Gefahr für das Gebäude erkennbar gewesen. Der Eigentümer der Bäume, in dem Fall das Kirchenamt, sei informiert worden und solle die Beseitigung der Bäume beauftragen, um eine Restgefahr zu bannen. Wenn die Bäume auf das Haus zu kippen drohten, dann wäre allerdings ein Feuerwehreinsatz gerechtfertigt, räumte er ein. Gestern Nachmittag, nachdem die Bewohner auch die Polizei informiert hatten, sah sich eine Fachfirma die Bäume vor Ort an und sperrten den Bereich für Passanten ab.

Eine Auftragsbestätigung der Kirche solle aber abgewartet werden, bevor die Bäume fallen, hieß es.

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