In die Baustelle am ehemaligen Gefängnis in der Hallstraße ist wieder Bewegung gekommen. Ende des Jahres sollen die ersten Wohnungen bezogen, das Domcafé im kommenden Frühling eröffnet werden.

Stendal l Rund 110 Jahre nachdem es eröffnet wurde, soll in das ehemalige Gefängnis an der Hallstraße wieder Leben einziehen. Allerdings nicht in Form von Gefangenen und Wächtern, sondern von Mietern und Caféhausbesuchern. Bereits 2012 hatte Bianka Richter-Mendau den Zuschlag für den Kauf erhalten - rund 37000 Euro wechselten den Besitzer. Ende Januar 2010 war die Justizvollzugsanstalt nach Sturmschäden am Dach geräumt und nicht mehr genutzt worden.

Zwölf Wohnungen im ersten Bauabschnitt

Der Zeitplan, den ihr Ehemann Thomas Richter-Mendau als Projektleiter aufgestellt hatte, ist ein wenig aus den Fugen geraten. Vorrangig die zähen Verhandlungen mit der Denkmalschutzbehörde seien der Grund gewesen. Sie fungiere eben leider nicht als Mittler zwischen den Gesetzen und dem Investor. Auch musste die Finanzierung noch geklärt werden. In das Projekt fließen rund zweieinhalb Millionen Euro. Über ein Jahr herrschte Ruhe auf der Baustelle, auch weil sich Richter-Mendau um andere Projekte kümmerte.

Doch nun steht für ihn fest, dass der erste Bauabschnitt Ende 2015 abgeschlossen sein wird. Erster Bauabschnitt, das heißt: drei Wohnungen im Erdgeschoss, sieben in der ersten und zwei in der zweiten Etage. Insgesamt sollen in dem Trakt 29 Ein- bis Drei-Raum-Wohnungen entstehen. "Die weiteren Bauabschnitte folgen dann entsprechend der finanziellen Möglichkeiten", kündigte Richter-Mendau an.

Noch gibt es eine Menge im Inneren zu tun, allerdings wird auch die Außenerscheinung des alten Gemäuers aufgearbeitet. Die Fassade wird aufgefrischt, die funktionell wirkenden Zäune durch freundlichere Konstruktionen ersetzt. Zur Wohnanlage "Domblick" gehört den Plänen nach ab kommendem Frühling auch ein Dom-Café. Als besonderen Clou wird es eine knallrote Telefonzelle geben, die derzeit noch auf ihre Aufarbeitung wartet. "Die ist tatsächlich aus London, stand dann in einem norddeutschen Möbelhaus und wurde dort nicht mehr gebraucht", erklärte Richter-Mendau ihren Weg nach Stendal. Ihre Funktion wird allerdings nicht die ursprüngliche, sondern als Kuchenbuffet sein.

Dazu können die Gäste nicht nur Kaffee oder Tee, sondern auch Hansa-Bier bestellen. Bereits im vergangenen Jahr sicherte sich der Projektleiter die Marken- und Namensrechte an dem Gebräu. "Wir haben auch bereits Gespräche mit regionalen Brauereien geführt, das wird klappen."

Die Wohnungen im ehemaligen Gefängnis sind zwar begehrt, allerdings sind auch noch einzelne laut betrautem Maklerbüro zu bekommen.

 

Bilder