Seit Dezember 2014 wurden in Stendal verstärkt Radfahrer Opfer eines Handtaschendiebs. Ein dringend tatverdächtiger Mann wurde Donnerstag verhaftet. Das Amtsgericht ordnete Untersuchungshaft an.

Stendal l Der Stendaler Polizei ist ein großer Fahndungserfolg gelungen und ein mutmaßlicher Handtaschenräuber ins Netz gegangen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gestern gemeinsam mitteilten, nahmen die Ermittler am Donnerstag einen 31-jährigen Stendaler vorläufig fest und brachten ihn für eine Nacht in den Polizeigewahrsam nach Magdeburg. Der durch kleinkriminelle Taten polizeibekannte Tatverdächtige soll für 19 Diebstähle aus Fahrradkörben und einen Raub, begangen im gesamten Stadtgebiet im Zeitraum vom 17. Dezember vorigen Jahres bis zum 7. April, verantwortlich sein.

In einem Fall entriss er eine Tasche mit Gewalt

Die Vorgehensweise des Täters war nach Angaben von Polizeisprecher Marco Neiß und Staatsanwalt Thomas Kramer immer dieselbe: Mit seinem Fahrrad fuhr er den radelnden Frauen, zumeist älteren Jahrgangs, hinterher, passte einen Moment ab und griff in den Korb auf deren Gepäckträger, um die darin befindlichen Handtaschen an sich zu reißen und damit zu verschwinden. Im zuletzt bekannt gewordenen Fall ließ eine 53-jährige Frau am 7.April ihre Handtasche nicht los. Der Täter soll sie ihr mit Gewalt entrissen haben. "Das wäre Raub. Und der wird mit Gefängnis nicht unter einem Jahr bestraft", so Thomas Kramer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stendal. Seine Behörde geht von gewerbsmäßigem Diebstahl aus, der mindestens mit drei Monaten Haft bedroht ist. Höchststrafe zehn Jahre.

Amtsgericht ordnet Untersuchungshaft an

"Es war reine Fleißarbeit - wir haben Zeugenaussagen miteinander verglichen und sind so schließlich auf den Tatverdächtigen gekommen", war von einem der ermittelnden Kripo-Beamten zu erfahren. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei am Donnerstag beim Beschuldigten ein Großteil des Diebesgutes. Der laut Staatsanwaltschaft zumindest teilgeständige Täter wurde daraufhin festgenommen. Gestern erfolgte die Haftprüfung im Amtsgericht. Dabei trug er noch die Bekleidung, die er laut Zeugenaussagen auch bei den Straftaten getragen hatte: ein T-Shirt, eine blaue Arbeitshose und ein Kapuzenshirt.

Die Haftprüfung gestaltete sich indes anders als erwartet. Der zuständige Amtsrichter ließ den Tatverdächtigen zunächst zur Begutachtung seiner Schuldfähigkeit von der Amtsärztin untersuchen. Letztlich ordnete das Amtsgericht eine Untersuchungshaft für den Mann an.