Die gewählte Elternvertretung des Landes Sachsen-Anhalt beklagt den Lehrermangel. Neben mehr Neueinstellungen fordert das Gremium auch genaue Zahlen zum Unterrichtsausfall.

Stendal l Kultusminster Stephan Dorgerloh (SPD) habe in der letzten Zeit immer wieder darauf verwiesen, dass im Land 400 neue Lehrer eingestellt worden sind, sagt Jörg Kießling vom Vorstand der Landeselternvertretung. "Was er nicht sagt, ist, dass gleichzeitig 600Lehrer aus dem Dienst ausgeschieden sind." Kießling wies am Sonnabend bei der Tagung in der Stendaler Diesterwegschule darauf hin, dass der Landeselternrat sich nicht als ein Kontrollorgan verstehe, sondern als ein demokratisch legitimierter Mahner für eine ausreichende Unterrichtsversorgung der eigenen Kinder. "Dafür müssten wir aber mit besserem Zahlenmaterial ausgestattet sein", sagte Kießling. "Wir versuchen seit zwei Jahren, verlässliche Zahlen zu bekommen", sagte das Vorstandsmitglied. Weder das Kultusministerium noch das Landesschulamt habe dies bislang in befriedigender Weise getan. "Wir möchten eine Datenbank anschieben, aus der tagesaktuell der Stand des Unterrichtsausfalls hervorgeht", sagte Kießling. Um etwas verbessern zu können, müsse man den Ist-Stand kennen.

Weitere Schwerpunkte bei seiner Arbeit sieht der Landesschulelternrat darin, dass die sehr unterschiedlichen Regelungen bei Schulnebenkosten angeglichen werden. Dazu gehören Fahrgeld, Büchergeld und Kopierkosten, die von Schule zu Schule und Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich seien. Auch bei der multimedialen Ausbildung der Schüler versuche man Druck auszuüben. "Bei der Ausstattung in den Schulen läuft das Land bundesweit gesehen nicht gerade vorneweg", so Kießling.

Der Landeselternrat sieht auch in der eigenen Arbeit noch Verbesserungsbedarf. "Wir sind noch nicht in allen Regionen gleichermaßen verankert", sagte Kießling. "Auch der Stendaler Kreiselternrat ist zu passiv", sagte Ray Woitek aus Stendal, der sowohl in der Kreis-, als auch der Landesvertretung mitarbeitet. Bei der Tagung in Stendal informierte der Staatsanwalt Bernd Blasczyk die Elternvertreter über das Thema Drogenkriminalität.

Mehr Informationen gibt es im Internet www.landeselternrat-lsa.de.