Stendal (dly) l Die Kaschade-Stiftung hat im vergangenen Jahr 20 Einzelprojekte gefördert mit zusammen rund 52000 Euro. Etwa die Hälfte der Summe stammt aus dem Stiftungserlös, die andere als Zuwendung von den Stiftern Hans-Jürgen und Hermine Kaschade. Das Ehepaar hatte vor gut 20 Jahren die Stiftung ins Leben gerufen. Das soll entsprechend gefeiert werden, zusammen mit dem 75.Geburtstag von Hans-Jürgen Kaschade im Juli. Die Stiftung werde zu einer Feier ins Foyer des Theaters der Altmark einladen, kündigte der Vorsitzende der Stiftung, Tilman Tögel, am Montag an. "Dann wird es auch einen Rückblick auf 20 Jahre Stiftungsarbeit geben", sagte er.

Gestern gab es den Rückblick erst einmal für das vergangene Jahr. Gemäß der Satzung wurden kulturelle und Bildungsaktivitäten sowie internationale Kontakte gefördert (siehe Infokasten). Diese internationalen Beziehungen liefen lange über den Geschäftsführer der Stiftung, Hans-Jürgen Kaschade, der als Professor im Bereich Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Stendal tätig war. Seit einigen Jahren ist er im Ruhestand, die Kontakte sind weniger geworden. Weil es darum in den kommenden Jahren immer schwieriger wird, diesen Stiftungszweck zu erfüllen, arbeiten Beirat und Vorstand derzeit an einer Satzungsänderung. Der Schwerpunkt soll sich mehr auf Kultur und Bildung verlagern, erklärte Tilman Tögel, denn "in den vergangenen Jahren hat sich unser Engagement in diesen Bereichen erweitert".

Möglich machen dies die Erlöse aus dem Stiftungsvermögen. Vor 20 Jahren war mit 100000 Mark begonnen worden, bis Ende 2014 ist es auf 700000 Euro gewachsen. "Und jetzt haben Kaschades es auf eine Millionen Euro erhöht", verkündete der Stiftungsvorsitzende. "Damit gehört die Kaschade-Stiftung schon zu den größten privaten Stiftungen im Land", sagte Tilman Tögel.

Nach gut 20 Jahren in erster Reihe will sich Hans-Jürgen Kaschade im kommenden Jahr etwas zurückziehen. Denn 2016 werden der Vorstand und der Beirat gewählt für fünf Jahre, für diesen Zeitraum möchte der dann 75-jährige Stifter kein offizielles Amt mehr übernehmen. "Darum wollen wir die Weichen für die Gremien schon in diesem Jahr stellen, damit auch künftig der Stifterwillen umgesetzt wird", sagte Tögel. Die personellen Fragen sollen frühzeitig beantwortet werden, "weil die Stiftung von den handelnden Personen lebt", ergänzte der Beiratsvorsitzende Rainer Erdmann. Daran wolle man auch künftig festhalten.