Das Ringen um einen Spielplatz im Tangermünder Neubaugebiet geht weiter. Michael Siegmund (Freie Stadträte) und Denis Kreuzadler (Die Linke) stellten jetzt ihre neuesten Ergebnisse vor.

Tangermünde l Zwei weitere Grundstücke, dieses Mal im städtischen Eigentum, kämen in Frage, um das Areal des Neubaugebietes zwischen Heerener und Lüderitzer Straße mit einem Spielplatz zu versorgen. Ringo Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft, hatte vor etlichen Monaten den Wunsch danach geäußert, den Bedarf mit der Zahl der hier lebenden Kinder (etwa 150) begründet.

Eine etwa 900 Quadratmeter große Grünfläche an der Ecke Thomas-Müntzer-Straße/Richard-Wagner-Straße käme in Frage oder eine weitere, etwa halb so große hinter dem NP-Markt. "Einiges spricht für die größere Fläche", machte Michael Siegmund deutlich. Die Balkone der Anwohner würden hier nicht in Richtung Spielplatz zeigen.

Ausschussvorsitzende Hildegard Wynands (CDU) sagte: "Es ist gut, etwas Neues zu schaffen. Aber es muss gepflegt werden, den Anforderungen entsprechen. Wir müssen überlegen, ob es für die Kleinkinder oder für Größere sein soll." Die Unterhaltskosten dürften nicht zu hoch sein.

Etwas ungehalten reagierte Christine Paschke (Die Linke) auf die wiederholt geäußerten Bedenken der Ausschussvorsitzenden und fragte: "Hatten wir uns nicht schon dafür entschieden, dass wir im Neubaugebiet einen Spielplatz haben wollen?" Ihr Vorschlag: Überlegen, welcher der 17 Spielplätze in der Stadt weniger genutzt wird. Diese Idee unterstützte auch Denis Kreuzadler (Die Linke). "Vielleicht können dort Geräte, die der TÜV noch abnimmt, abgebaut und im Neubau aufgebaut werden. So sparen wir Kosten."

Viele Fragen gab es von Dirk Schulz (CDU): Was kostet der Platz? Wer wird durch den Spielplatz beeinträchtigt? Und er gab zu Bedenken, dass "ein Spielplatz im Neubaugebiet Gefahren mit sich bringt, bestimmte Klientel sich dort versammelt". Marko Kubatzki (CDU) fügte hinzu: "Warum können die Eltern mit ihren Kindern nicht die Plätze nutzen, die da sind? Das haben wir früher auch gemacht." Die Kinder in Eigenheimgebieten hätten auch keinen Spielplatz.

Michael Siegmund setzte all dem entgegen: "Wenn das Areal eingezäunt und von 8 bis 18 Uhr geöffnet ist, dann ist dort abends Ruhe." Und er wiederholte sich, als er sagte: "Das Neubaugebiet ist voll mit Kindern." Freundlich, aber dennoch bestimmt, äußerte er seinen Eindruck zu der Diskussion: "Hier kommen Argumente zum Tragen, die mich darüber nachdenken lassen, ob all das überhaupt noch gewollt ist."

Frank Döbbelin brachte es auf den Punkt: "Die Diskussion geht jetzt schon bald ein Jahr. Ich finde, wir zerreden hier zu viel." Hildegard Wynands sagte abschließend: "Das heißt nicht, dass wir den Spielplatz nicht wollen."

Darauf vertrauend werden Michael Siegmund und die anderen Mitstreiter der Arbeitsgruppe ein Konzept erarbeiten und es in zwei, drei Monaten im Ausschuss vorstellen.