Stendal l Zu den Stadtratswahlen im Mai vergangenen Jahres stand Olaf Lincke noch allein auf der Liste der Piraten. Zur aufgrund der Manipulationen nun zu wiederholenden Wahl des Stendaler Stadtrates tritt die Partei mit sechs Kandidaten an. Neben dem 49-jährigen Olaf Lincke sind das Jaqueline Sonntag (27), Susann Harwardt (44), Annika Lier (36), Lisa-Maria Jüngling (18) und Markus Lincke (22).

Olaf Lincke sieht in dem wachsenden Interesse, mit den Piraten Kommunalpolitik aktiv mitzugestalten, einen Beleg für seine gute Arbeit im Stadtparlament. Von Beginn an habe er eine Neuwahl gefordert, hätten die Piraten Einsprüche eingelegt, Klage eingereicht, im Prüfungsausschuss mitgearbeitet. "Nun heißt es, einen Neuanfang zu schaffen", sagt Lincke. Das Mandat dazu könne nur der eindeutige Wählerwille sein, weshalb es den Piraten wichtig ist, dass viele Stendaler zur Wahl gehen.

Es müsse ein Neuanfang ohne Filz gelingen, so eines der Ziele, das der Piraten-Regionalverband aus seiner Aufstellungsversammlung am Sonntag heraus formulierte.

Sollte das Wahlergebnis für die Bildung einer eigenen Ratsfraktion reichen, wollen die Piraten mehr Transparenz in die Stadtpolitik bringen, sich für ehrliche und an den Interessen der Bürger orientierte Entscheidungen einsetzen. Wenn nicht, werde es Gespräche über eine Zusammenarbeit mit SPD, Linken oder Grünen im Stadtrat geben. "Ich habe gute Erfahrungen vor allem mit der SPD, gemacht, vertrauensvoll mit ihr zusammengearbeitet", sagt Lincke über sein erstes Jahr als Mitglied des Stadtrates. Dass die Piraten den SPD-Oberbürgermeister-Kandidaten Reiner Instenberg unterstützen, ist kein Geheimnis. Darauf hatten sie sich bereits auf ihrer Regionalversammlung am 7. März verständigt.