Stendal l Beeindruckend. So kurz und knapp kann eine

Film
kritik ausfallen. Der der ein Werk über Humanismus, über Gräueltaten und den Versuch von Nächstenliebe.

Darum geht\'s: Ein Dorf an der bulgarisch-türkischen Grenze, hier lebt Mityo (Assen Blatechki) mit seinem achtzehnjährigen Sohn. Als Mityo seinen Job verliert, steht seine Existenz auf dem Spiel. Es scheint nur noch einen Ausweg zu geben: Im Auftrag seines ehemaligen Armee-Hauptmanns schleust er illegale Flüchtlinge aus Syrien über die Grenze zur Türkei in die EU.

Film führt beim Judgment-Felsen an die Grenze


Der Weg führt am sogenannten Judgment-Felsen vorbei, der Mityo immer wieder an ein schreckliches Ereignis während seiner Militärzeit an der härtesten Grenze des Kalten Krieges erinnert. Jetzt hilft er Menschen die Grenze zu überwinden, die er einst mit brutaler Waffengewalt verteidigt hat.

Das menschliche Dilemma, in dem Mityo sowie auch sein Sohn Vasko stecken, findet sich auch in der Unebenheit der Landschaft wieder und bringt so das unheilbringende Gefühl des Dramas noch einmal auf den Punkt. Auch auf die Gefahr der Wiederholung hin: der Film ist beeindruckend.

Rathaus und Disko in Stendal als Drehort


Für alle Stendaler hat er übrigens noch eine besondere Bewandnis: Einige Szenen wurden nämlich 2012 hier gedreht, im Dezember 2012. "Es war damals ganz doll kalt, Teile des Equipments waren während der Dreharbeiten eingefroren", erinnert sich Sandra Slusarek, Pressesprecherin der Stadt Stendal. Unter anderem wurde auf dem Dachboden des Rathauses gedreht. "Das ist auch in Stendal", konnte man hin und wieder während des Films flüstern hören, vor allem während der Disko-Szenen, denn hierfür wurde als Kulisse der Club "Miami" ausgesucht. Das wird aber, wie gesagt, nur ein geschultes Auge mit Insiderwissen wiedererkennen.

"Judgment" hat in Europa schon viele Preise abgeräumt


Und da er auf Filmfestspielen, unter anderem in Paris und Varna, mehrfach prämiert wurde, dürfen wir Stendaler sogar doppelt beeindruckt sein. Der Film "Judgment" läuft ab heute im Stendaler Uppstall-Kino.