Tangermünde (tp/ta) l Flüchtlinge spielten eine große Rolle bei der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Stendal, nicht nur im Bericht von Superintendent Michael Kleemann, sondern auch im Grußwort von Carsten Wulfänger (CDU). Der bekannte sich im Christophorus-Haus dazu, selbst einen Migrationshintergrund zu haben. "Meine mütterliche Seite kam aus Holland", sagte er und kam dann zu nüchternen Zahlen.

Deutschkurse für Flüchtlinge

Superintendent Kleemann berichtete, dass die Kirche zwei Deutschkurse an der Volkshochschule für jeweils 15 Teilnehmer unterstützt. "Außerdem gibt es zahlreiche pensionierte Fremdsprachenlehrer, die sich ehrenamtlich betätigen wollen", fügte er hinzu. Allerdings sei der Kirchenkreis ein Querschnitt durch die Bevölkerung, auch dort gebe es ausländerfeindliche Äußerungen. "Wenn Sie so etwas hören, setzen Sie sich zur Wehr", forderte Kleemann, "wir haben eine andere Aufgabe von Jesus Christus bekommen".

Ihm macht auch der Abwärtstrend bei den Mitgliederzahlen Sorgen, der demographische Wandel spiegelt sich auch im Kirchenkreis wider. So sank die Zahl von 23.500 Gemeindegliedern im vergangenen Jahr auf aktuell 22.800. Dazu trugen auch Kirchenaustritte bei.

4305 Tage in Kinder-und Jugendfreizeiten

Rund drei Millionen Euro erhielt der Kirchenkreis im vergangenen Jahr von der Landeskirche für seine Arbeit. Die verstand Dorothee Westphal, Leiterin des Kreiskirchenamtes, durchaus in beeindruckende Zahlen zu kleiden. So waren Betreuer im vergangenen Jahr 4305 Tage zu Kinder- und Jugendfreizeiten unterwegs. "Das sind rund zwölf Jahre", rechnete sie vor. Das Spendenaufkommen für Flutopfer war im vergangenen Jahr nicht mehr so hoch, Pfarrer Ralf Euker warf eine weitere beeindruckende Zahl in den Raum. 644.000 Euro seien aus Kirchenspenden insgesamt zusammengekommen.