Seit Jahresbeginn arbeiten Mitarbeiter der Stadtverwaltung, aus den Kindereinrichtungen und von der Hochschule Magdeburg-Stendal an einem neuen Qualitätsmanagement für die Kitas der Stadt. Das Ganze soll unter dem Namen "Stendaler Modell" umgesetzt werden.

Stendal l In den vergangenen Jahren hat die Hansestadt Stendal Millionen Euro in ihre Kindereinrichtungen investiert. Einige wurden komplett saniert, andere renoviert oder mit baulichen Veränderungen auf den geforderten Stand gebracht. "Unsere Kindereinrichtungen sind aber auch schön, weil dort eine sehr gute Arbeit geleistet wird", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) jüngst während der ersten Kita-Konferenz der Hansestadt Stendal nach dem "Stendaler Modell". Dass dieses gemeinsam mit der Hochschule erarbeitet worden ist, wertete Schmotz als den "richtigen Weg".

Dem konnte Thomas Kliche, Professor für Bildungsmanagement am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal, nur zustimmen. Die Mitarbeiter aus den Einrichtungen - Kliche: "so etwas wie ein Arbeitsparlament" - haben zusammen mit Hochschulvertretern an dem Qualitätsmanagement gearbeitet und es nicht wie viele andere Kommunen von Externen erstellen lassen: aus Stadtsicht die sparsamste Variante.

Nutznießer seien die Kinder und Familien, sagte Klaus Schmotz. "Die Eltern bekommen das Gefühl, dass sie sich auf die Kindertagesstätten verlassen können." Er begrüßt das "Stendaler Modell" auch, "weil wir kinderfreundliche Stadt werden wollen, da gehört die Kinderbetreuung als wesentlicher Bestandteil dazu". Das, was in den sechs Arbeitstreffen seit Ende Januar erarbeitet wurde, soll "nun in der täglichen Arbeit umgesetzt werden", kündigte der Oberbürgermeister an. Sich den täglichen Herausforderungen zu stellen, heißt für ihn auch, "die Ressourcen so zu nutzen, dass es zu guten Ergebnissen führt". Heißt, dass die vielen sehr erfahrenen Fachkräfte in den Einrichtungen selbst immer wieder daran arbeiten, die Qualitätsstandards zu halten. Denn, das räumte Schmotz mit Blick auf die Haushaltssituation ein, "der Personalschlüssel ist eng gestrickt, auch in Zukunft können wir uns keine Üppigkeit leisten".

Genau darum wurde dieses Verfahren zum Qualitätsmanagement von der Hochschule Magdeburg-Stendal für die besonderen Anforderungen der kleinen und mittleren Kommunen in Sachsen-Anhalt entwickelt, Stichwort: knappe Kassen.

Die Idee des "Stendaler Modells": Die Kita-Leitungen werden dabei unterstützt, Qualitätsmanagement für die Einrichtungen zu gestalten und selbst stetig weiterzuentwickeln. Das Modell soll die Arbeit erleichtern, dabei aber keine zusätzliche Bürokratie schaffen. Die Einrichtungen sollen vom gegenseitigen intensiven Erfahrungsaustausch profitieren und damit die fachliche Qualifikation auf dem neuesten Stand halten.

Säulen des "Stendaler Modells" sind Qualitätszirkel in allen Einrichtungen, Kollegialberatungen und Einrichtungsvisitationen der Kita-Leitungen. Zudem wurde ein Qualitätshandbuch für die Kindereinrichtungen der Stadt und ein Beschwerdemanagement für Eltern und Kinder erarbeitet.

Um das Beschwerdemanagement ging es inhaltlich während der ersten Kita-Konferenz. "Das Team muss verstehen, dass eine Beschwerde keine lästige Sache ist, sondern möglicherweise eine wertvolle", sagte Professor Thomas Kliche. Denn eine Beschwerde oder eine Reklamation könne auch zu einer Verbesserung führen.