Stendal l Rund 450 Menschen wurden 2014 über die Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung (GfAS) im Landkreis Stendal beschäftigt - allesamt Langzeitarbeitslose. Dies berichtete Geschäftsführer Hannes Walter Rühlmann am Montag bei einer öffentlichen Sitzung der Stendaler Stadtratsfraktion "Mitte" (SPD, FDP, Piraten).

Derzeit wird in den Kommunen des Landkreises darüber beraten, ob diese weiter Gesellschafter bei der GmbH des Landkreises bleiben sollen. In den vergangenen Jahren waren die Umlagen immer weiter in die Höhe gegangen, wie Rühlmann bestätigte. Für 2014 und 2015 mussten Sonderumlagen veranschlagt werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. "In den Jahren davor konnten wir noch auf erhebliche Rücklagen zurückgreifen, die sind nun aufgezehrt", sagte der Geschäftsführer.

Hassel als Gesellschafter vor kurzem ausgetreten

Der Kreistag habe mit seinem Votum für einen Verbleib in der Gesellschaft ein "deutliches Signal" zum Fortbestand gesetzt. Einzig die Ortschaft Hassel habe bisher den Austritt beschlossen. Die übrigen Gesellschafter hätten vor einer Woche bei einer gemeinsamen Versammlung allesamt ebenfalls ein Festhalten an der seit 1992 bestehenden Einrichtung geäußert. "Ich weiß, dass dies natürlich in den politischen Gremien noch bestätigt werden muss", sagte Rühlmann. Neben dem Landkreis sind die Verbandsgemeinden Elbe-Havel-Land und Arneburg-Goldbeck, die Einheitsgemeinden Tangermünde, Tangerhütte, Bismark, Stendal sowie die Gemeinden Arneburg, Eichstedt, Goldbeck/Bertkow, Hassel und Rochau Gesellschafter.

"Die Rahmenbedingungen haben sich für uns in den vergangenen Jahren verändert", sagte Rühlmann. Zum einen dürften Langzeitarbeitslose mittlerweile nur noch maximal zwei Jahre in Maßnahmen beschäftigt werden. "Gerade in den kleineren Kommunen finden wir kaum noch Kandidaten, die die Voraussetzungen erfüllen." Zum anderen sei die Förderung heute mehr auf Personalkosten und weniger auch Sachkosten ausgerichtet. "Dadurch steigen für uns und damit die Gesellschafter die Kosten", sagte Rühlmann.

Während in den Anfangsjahren der Gesellschaft vor mehr als 20 Jahren ein Schwerpunkt bei der Sanierung gelegen habe, so sei dies heute eindeutig bei den Grünarbeiten. Aber auch Schulwegbegleitung und ähnliche soziale Arbeit werde verrichtet.

"Ohne diese Leute hätten wir vieles nicht bewerkstelligen können", sagte Harriet Tüngler als Ortsbürgermeisterin von Uenglingen.

11,10 Euro pro Stunde für Verwaltungsmitarbeiter

Der Geschäftsführer trat am Montag der landläufigen Ansicht entgegen, dass die Verwaltungskosten der Gesellschaft mit Sitz in Uenglingen zu hoch seien. Zwar gebe es 23 Mitarbeiter, jedoch hätten diese einen durchschnittlichen Stundenlohn von 11,10 Euro. "Wir müssen sparen", sagte Rühlmann. Allerdings werde man dadurch auch die Bandbreite der verrichteten Arbeiten nicht in der gewohnten Form aufrecht erhalten können.