Stendal l Wie gut, dass der Waldkauz des Tiergartens in einiger Entfernung der am Donnerstag eingeweihten Südamerika-Anlage wohnt. Sonst würde er sich jetzt vermutlich grämen - denn dann hätte er gehört, wie Uwe Donner sagte, dass das Kauz-Gehege das einzige im Stendaler Tiergarten ist, das baulich noch im Urzustand aus DDR-Zeiten ist. Für den Vorsitzenden des Vereins der Tiergartenfreunde ist aber genau das Grund zur Freude - weil es nämlich heißt, dass alle anderen Anlagen mittlerweile saniert und modernisiert sind.

Mit der feierlichen Einweihung der Südamarika-Anlage, die Krallenaffen, Schildkröten und einen Leguan beherbergt, wurde am Donnerstag ein vorläufiger Schlusspunkt unter die Bautätigkeiten im Tiergarten gesetzt. "Das war das sechste Großprojekt, das wir mit Hilfe von Lotto-Toto verwirklichen konnten", sagte Uwe Donner. Gekostet hat es 150000 Euro.

2001 fing das große Umbauen im Tiergarten mit dem Bärengehege an, ging weiter mit den Anlagen für Schnee-Eulen, für Luchse, mit der Voliere und der Freianlage für Füchse. "Damit ist nun alles Notwendige gemacht worden im Tiergarten, und ein Projekt dieser Art ist in nächster Zeit nicht absehbar", sagte Donner. "Das geht auch gar nicht, denn jetzt sind wir erst mal pleite."

Dem seit 20 Jahren tätigen Tiergartenförderverein gehören 15 Mitglieder an. Einer der Mitgründer und Geschäftsführer von Anfang an ist Harald Jäger, dem Donner insbesondere dankte: "Er ist der Herrscher der Zahlen im Verein, ohne ihn ginge gar nichts." Aber auch ohne die zahlreichen Sponsoren und Gewerke, die zum Teil auf Honorar verzichtet hatten, sowie die Tiergartenmannschaft wären alle Vorhaben nicht möglich gewesen, so Donner.

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