Unterwegs in der Schiffswerft Tangermünde waren die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus am Donnerstag. Geschäftsführerin Christel Börsch führte die Damen und Herren, begleitet von Kämmerer Wilhelm Peters, durch den Betrieb.

Tangermünde l Für 120 Männer und Frauen ist die Schiffswerft Tangermünde mit ihren Standorten Tangermünde und Genthin Arbeitgeberin. Seit 2007 ist die SET - das steht für Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde - einer von 20 Betrieben, die zur Heinrich Rönner Unternehmensgruppe mit Sitz in Bremerhaven gehören. "Das ist ein sehr bodenständiges Unternehmen, mit dem es Spaß macht, zu arbeiten", erklärte Christel Börsch, Geschäftsführerin der SET. Am Donnerstagabend führte sie die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus durch die Werft. Seit einiger Zeit wird das südliche Areal hergerichtet, mit Spundwänden gegen Elbe-Hochwasser bis 7,60 Meter gesichert. Ausgespart bleibt dabei ein Bereich, der direkt an die Werfthalle anschließt. "Wir wollen die Halle erweitern, um auch größere Schiffe in einem Arbeitsschritt bauen zu können", begründete die Chefin dieses Bauvorhaben. Zwar sei die SET in der Lage, auch Schiffe zu bauen, die länger als 80 Meter werden sollen. Doch das passiert dann in zwei Teilen, die außerhalb der Werkhallen zusammengeschweißt werden müssen.

Sanierung und Anbau

Nach dem Hochwasser 2013 wissen die SET-Mitarbeiter genau, was bei welchem Wasserstand auf dem Firmengelände passiert. "Doch noch einmal brauchen wir so etwas nicht", gab Christel Börsch zu verstehen. Denn noch heute ist das Unternehmen damit beschäftigt, die Folgen des vielen Wassers zu beseitigen. Derzeit wird der komplette Boden der unteren Werfthalle saniert. Dazu war im vergangenen Jahr aufgrund der vollen Auftragsbücher keine Gelegenheit. Beide Hallen wurden benötigt. Eine Fähre für Bremen wurde hier errichtet und ein Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff für den Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein.

In den vergangenen Monaten brachten die Flusskreuzfahrtschiffe, die im Winterhafen der Kaiserstadt festgemacht hatten, jede Menge Arbeit mit sich. Derzeit laufen Ausschreibungen, von denen sich die Tangermünder einen Auftrag erhoffen.

Zwischenzeitlich gehen am Genthiner Standort die Arbeiten weiter. Hier würden zur Zeit kleine Neubauten errichten, berichtete Christel Börsch. Private Hausboote seien derzeit der Hit und auch Reparaturen gebe es genügend, da Genthin aufgrund seiner Lage am Kanal von etlichen Schiffen angefahren werden könne.

Mit heimischem Handwerk

Während des Rundgangs machte die SET-Chefin deutlich, dass das Unternehmen seit vielen Jahren mit einheimischen Firmen zusammenarbeitet. Sowohl bei Neubauten als auch Reparaturen und Sanierungen, die vor allem im Winter anstehen, wenn die Flusskreuzer überholt werden müssen, kämen etliche Tangermünder, altmärkische oder sachsen-anhaltische Betriebe zum Zuge. Im Laufe der Jahre sei ein Netzwerk entstanden, auf das die SET bauen und aufbauen könne. Die Tangermünder Schiffsbauer wissen um die Qualität und Stärken der einheimischen Handwerker und holen sie deshalb immer wieder gern im doppelten Sinne mit ins Boot, wenn es darum geht, Aufträge termingerecht und qualitativ einwandfrei abzuarbeiten.