Trotz aller Emanzipation ist es noch immer ein seltener Anblick, wenn junge Frauen in der Kabine eines Schleppers sitzen. Für Ulrike Peters ist das nichts Außergewöhnliches. Die Landwirtschaftsstudentin absolvierte in Meßdorf ihr Praktikum.

Meßdorf l Große Maschinen, moderne Technik und Hunderte Pferdestärken unter der Haube - meist können sich nur Männer für so etwas begeistern. Aber auch die 20-jährige Ulrike Peters aus Neuferchau gehört zu der Gruppe Menschen, die ölbeschmierte Hände nicht scheut. Sie schlüpft gern in die derbe Arbeitskluft der Traktoristen.

Ein loses Mundwerk kann hilfreich sein

"Andere lackieren sich die Fingernägel, ich bin mit Leib und Seele in der Landwirtschaft", schwärmt die ausgebildete Landwirtin von ihrem Beruf. Vor wenigen Tage beendete sie ihr vierwöchiges Praktikum im Lohnunternehmen Metzger in Meßdorf. Am liebsten würde sie noch bleiben, aber das nächste Semester an der Hochschule in Bernburg in der Fachrichtung Landwirtschaft steht vor der Tür.

Die Arbeit in der Männerwelt liegt der jungen Frau und sie hat auch keine Schwierigkeiten sich durchzusetzen. "Ich habe ein lockeres Mundwerk, aber das braucht man auch", schmunzelt sie. Sie habe auch kein Problem, sich die Hände schmutzig zu machen, und packe auch mal im Kuhstall mit an. Aber am liebsten bewegt sie die großen landwirtschaftlichen Maschinen.

Während der vier Wochen im Unternehmen durfte sie einen Fendt 922 steuern. Der Schlepper hat 220 PS unter der Haube und wurde von ihr zum Ausbringen von Gülle genutzt.

Für Ulrike Peters war es schon das zweite Praktikum. So nutzte sie im vergangenen Sommer die Zeit vor dem Studium, um in Meßdorf beim Häckseln zu helfen. Wenn sie nicht gerade auf den großen Erntemaschinen sitzt, deren Räder allein schon größer sind als die Studentin, fährt sie mit ihrem Polo durch die Welt, besucht Festivals oder genießt die Zeit zu Haus.

Für Michael Metzger, Personalchef im Lohnunternehmen, ist eine Frau in den Reihen der Technikbediener eine willkommene Abwechslung und trage auch zu einem besseren Betriebsklima bei. Sonst sind weibliche Angestellte nur in der Verwaltung des Unternehmens zu finden.

Ihre Zukunft sieht Peters auch in der Landwirtschaft, vor allem am Steuer der großen technischen Helfer. Bis dahin stehen ihr noch zwei Jahre Studium bevor. Auch da ist sie fast die einzige Dame in der Männerwelt. In ihrem Semester sind nur zwei Frauen eingeschrieben.