Im und am Bismarker Ambulatorium wird bald gebaut. Im Objekt wird eine neue Praxis einziehen.

Bismark l Margret Beier und Angelika Fröhlich sind eine Institution in Bismark. Seit Jahrzehnten führen sie im Ambulatorium, von den Bismarkern nach wie vor nur kurz "Ambu" genannt, eine Praxisgemeinschaft. Die beiden Ärztinnen haben aber bereits das Ende ihrer beruflichen Karriere vor Augen. Zwar sind sie bemüht, einen Nachfolger zu finden, der ist aber aktuell noch nicht in Sicht. Es steht also in den Sternen, ob diese allgemeinmedizinische Praxis nach 2018 weitergeführt werden kann.

Allerdings gebe es einen anderen Lichtblick, verrät Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg. Ein jüngerer in Bismark gebürtiger Arzt plane, sich dort ab 1. August niederzulassen. Seien die letzten Formalitäten vom Tisch, könne die Praxis für Neurologie und Schlafmedizin eröffnet werden.

Der Mediziner wolle die Räume im hinteren Bereich des Objektes beziehen, in denen einst die Physiotherapie untergebracht war. Die Kommune als Eigentümer der Immobilie lässt den 98 Quadratmeter großen Praxisbereich nun renovieren. Es entsteht ein behindertengerechter Zugang, der Sanitärbereich wird modernisiert und Fußbodenbelag wird neu verlegt.

Gute Auslastung auch 25 Jahre nach der Wende

Hat der Neurologe seine Praxis bezogen, ist das Ambulatorium, ein Bau aus den 50er Jahren, wenigstens bis 2018 wieder gut ausgelastet. Denn neben den beiden Allgemeinmedizinerinnen nutzen auch ein Steuerbüro und die Volkssolidarität das Objekt. Im oberen Bereich sei außerdem das Archiv des gemischten Chores Bismark-Berkau untergebracht, so Schlüsselburg.

Die Physiotherapeutin Gudrun Kersten hat zwischenzeitlich das Objekt verlassen und ein Gebäude neben dem Ambulatorium bezogen. Ihre Praxis betreibt sie gemeinsam mit Sohn Guido Kersten, der gleichzeitig ausgebildeter Heilpraktiker ist. Somit seien auch 25 Jahre nach der Wende auf dem Areal eine Reihe medizinischer Berufe angesiedelt, die sich gegenseitig ergänzen, freut sich die Bürgermeisterin.

Gudrun Kersten ist es auch, die sich an einer weiteren Baumaßnahme in Sachen Ambulatorium beteiligt. Die Kommune plant nämlich seit längerer Zeit, den hinteren noch unbefestigten Teil des Parkplatzes befestigen zu lassen. Da die Physiotherapeutin einen Teil dieser Fläche gekauft hatte, werden sie und die Einheitsgemeinde nun die Kosten von 22 000 Euro gemeinsam schultern. Mit dem Bau soll Ende Juni/Anfang Juli begonnen werden. Neben der Asphaltdecke ist eine Regenentwässerung vorgesehen. Im Zuge der Maßnahme werden auch die beiden Zufahrten zum Ambulatorium verbessert. Während der rund zweiwöchigen Bauzeit müssen die Patienten mit eingeschränkten Parkmöglichkeiten rechnen.

Schlüsselburg hofft, dass nach einem positiven Leaderbescheid die Arbeiten am Ambulatorium fortgesetzt werden können. Vorgesehen sei die energetische Sanierung der Immobilie inklusive einer neuen Dacheindeckung. Neben der Umnutzung der Grundschule in Dobberkau stehe dieses Vorhaben auf der Prioritätenliste ganz oben.