Böten, Handauflegen, Besprechen - die Einen halten spirituelle Behandlungen für Scharlatanerie, die Anderen für die älteste Heilkunst und schwören darauf. Uwe Handke hat das "Besprechen" für sich entdeckt und empfindet es als Berufung, anderen Menschen zu helfen. Seine Hilfe ersetzt aber nicht den Gang zum Arzt.

Grünenwulsch l "Ich beschäftige mich schon seit 20 Jahren mit Heilpflanzen, Krankheiten und mit der Anatomie des Menschen", erzählt Uwe Handke (57). "Das meiste Wissen habe ich mir aus dem Lebenswerk der Heiligen Hildegard von Bingen angeeignet." Im Selbststudium hat der Grünenwulscher sich informiert, nachgelesen und sich so mit der Thematik beschäftigt. "Ich bilde mich ständig weiter", erklärt Handke. Daneben steht er in regelmäßigem Austausch mit Kollegen in Magdeburg und Klötze.

Uwe Handke stammt aus der Börde. Seit 1972 lebt er in der Altmark. Zunächst in Tangerhütte, seit 1992 in Grünenwulsch. Der 57-jährige ist seit 19 Jahren verheiratet und Vater von neun Kindern. Der gelernte Schlosser und Facharbeiter für Viehwirtschaft arbeitete unter anderem zehn Jahre im Polizeidient (bis 1986) und fünf Jahre als selbstständiger Handelsvertreter. "Ich hatte immer mit Menschen zu tun", erzählt Handke. Aktuell engagiert er sich ehrenamtlich bei der Seniorentagesstätte in Kläden. Aus gesundheitlichen Gründen bekommt er nach eigener Aussage keinen festen Arbeitsvertrag mehr.

Zu seiner Beschäftigung mit Heilpflanzen und Krankheiten wurde Uwe Handke durch Erlebnisse in der Familie animiert. "Es gab immer wieder Krankheiten, für die es aus medizinischer Sicht keine optimalen Lösungen gab", formuliert Handke etwas zurückhaltend. Viele würden ja das Böten und Handauflegen nur von der Behandlung bei Warzen oder Gürtelrose kennen. "Meine Art der Hilfe betrifft aber den gesamten Körper und zielt auf die Seele des Menschen", erklärt der Grünenwulscher. "Denn viele Krankheiten entstehen durch die Selbstkränkung der Seele in Form von Gedanken, Worten und Taten. Das führt dann zu psychosomatischen Erkrankungen."

"Alle Faktoren werden bei einer Besprechung in Betracht gezogen", erklärt Uwe Handke. "Ich nehme mir Zeit für den Hilfesuchenden. Die erste Besprechung dauert mindestens eine Stunde, bei entsprechender Notwendigkeit folgen weitere." Handke weist darauf hin, dass er keine ärztliche Behandlung vornimmt. Das "Besprechen" kann auch keine ärztliche Untersuchung ersetzen. Er empfiehlt sogar die weitere Behandlung durch einen Arzt.

"Es ist mir möglich, Ängste zu nehmen", schätzt Uwe Handke seine Fähigkeiten ein. "Die Leute müssen aber auf mich zukommen." Er kann nach eigener Aussage bei Haut- erkrankungen, Herpes, Problemen der inneren Organe und vielem mehr Hilfe leisten. Entsprechende Hilfsmittel kommen aus der Natur. So hält er zum Beispiel Apfelblütenöl gegen Migräne oder Löwenzahnöl bei Problemen des Verdauungstraktes bereit.

Von den Hilfesuchenden verlangt Uwe Handke kein Geld. Er fühlt sich berufen, anderen Menschen zu helfen. "Die Gesundheit ist ein Geschenk von Gott", erklärt der bekennende Christ. "Dessen sollte sich jeder Mensch bewusst sein." Handke versucht, seine Fähigkeiten und Energien an die Hilfesuchenden weiterzugeben. Das muss aber nicht in jedem Fall gelingen.

Uwe Handke übt das "Besprechen" bei sich zu Hause (Dorfstraße 1d in Grünenwulsch) aus. Wer keine Möglichkeit hat, den Grünenwulscher aufzusuchen, kann telefonisch unter 039324/98 72 05 einen Termin für einen Hausbesuch vereinbaren.