Neun Monate Gefängnis für einen vielfach vorbestraften Stendaler. Der 32-Jährige hat sich dreist aus leer stehenden Wohnungen der Raks AG in Stendal-Süd bedient und im Dezember vorigen Jahres insgesamt 17 Armaturen im Gesamtwert von 400 Euro abmontiert.

Stendal l Mit Hilfe eines Zeugen hatte die Polizei den 32-Jährigen unweit des Tatortes ertappt, als er mit einem Einkaufstrolley die Beute abtransportieren wollte (Volksstimme berichtete). Nachdem ihn das Amtsgericht im März zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt hatte, wurden daraus unlängst in einem Berufungsverfahren am Landgericht unter Einbeziehung weiterer Strafen insgesamt neun Monate.

Der Angeklagte kann von Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung über Drogendelikten und Verstoß gegen das Waffengesetz bis hin zu Raub und räuberischer Erpressung eine Palette an 22 Straftaten vorweisen. Mit 15 begann seine kriminelle Karriere.

Besonders schwerer Diebstahl, so lautete in diesem Fall die Anklage. Demnach sollte der 32-Jährige am Abend des 7.Dezember die Eingangstüren von acht nicht mehr belegten Wohnungen in der Lemgoer Straße aufgebrochen haben, um an die Armaturen zu kommen. Den Diebstahl der Mischbatterien, um sie erst zu verstecken und dann für 200 Euro zu verscherbeln, gab er wohl zu. Die Wohnungstüren seien aber schon vorher aufgebrochen gewesen, behauptete er. Das konnte ihm nicht widerlegt werden. Der Hausmeister habe als Zeuge vor Gericht andere Wohnungen genannt, als zuvor in den Ermittlungen, stellten Staatsanwalt, Verteidiger und das Gericht übereinstimmend zu Gunsten des Angeklagten fest.

Der Hausmeister war es auch gewesen, der den Einbruch beobachtet, den Täter zu Fuß verfolgt und die Polizei über dessen Fluchtweg über Telefon informiert hatte. Vier Beamte nahmen den Tatverdächtigen dann in der Wittenbergstraße fest - und mit ihm einen weiteren Tatverdächtigen. Der habe mit der Sache nichts zu tun, den habe er nur zufällig getroffen, gab der Angeklagte an. Auch wenn der Hausmeister aussagte, der zweite Mann habe vor dem Block "Schmiere gestanden", konnte ihm eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden.

Übereinstimmend hatten Staatsanwalt und Verteidiger am Amtsgericht sechs Monate Freiheitsstrafe für den Angeklagten beantragt. Aus diesem und zuvor ergangenen Urteilen machte das Stendaler Landgericht in einer komplizierten Gesamtstrafenbildung dann neun Monate. Jetzt wolle er "vernünftig werden", hatte der Angeklagte vor Urteilsverkündung gesagt.