Tangerhütte l Die Tangerhütter Wohnungsgenossenschaft scheint von Versandhandelbetrügern missbraucht zu werden. Das befürchtet jedenfalls Geschäftsführer Peter Rösecke.

So berichtete ihm eine Mieterin aus der Rosa-Luxemburg-Straße, dass sie vom Paketzusteller gebeten wurde, eine Sendung für die Nachbarn entgegenzunehmen. Die Dame wurde skeptisch, denn der Name des eigentlichen Empfängers war ihr nicht bekannt, von einem Neueinzug wusste sie auch nichts. Sie nahm das Paket nicht an.

Am Mittwoch sprach nun eine Postmitarbeiterin persönlich bei Rösecke vor. Sie hatte eine Lieferung, wahrscheinlich ein Handy, für "Hausmann". Aber der oder diese "Hausmann" war ebenfalls nicht Mieter der Gesellschaft, wie der Geschäftsführer schnell herausfand.

Die Täter gehen folgendermaßen vor: Sie bekleben die Briefkästen von leerstehenden Wohnungen mit Phantasienamen und bestellen anschließend unter diesem Namen und der dazugehörigen Adresse per Internet Waren. Sie werden die Hoffnung haben, dass die Nachbarn dann die Sendungen in Empfang nehmen. An einen Einzelfall oder Scherz glaubt Rösecke nicht mehr. Allerdings ist ihm auch nicht klar, wie völlig Unbekannte anschließend die Mieter dazu bewegen wollen, ihnen die Pakete auszuhändigen.

Der Geschäftsführer rät den Mietern vorsichtig zu sein. Wer einen Empfänger nicht kennt, sollte auch keine Sendungen für ihn entgegennehmen. Das gelte selbstverständlich nicht für bekannte Mitbewohner. Bahne sich ein Zuzug an, würden die Mieter das allein daran merken, dass tagelang die Handwerker mit der Renovierung der entsprechenden Wohnung beschäftigt sind.

Anzeige bei der Polizei erstattete Rösecke bisher nicht, denn es sei noch kein Schaden entstanden. Außerdem sei das nach der Schließung der Polizeistation in Tangerhütte sehr beschwerlich. "Ich müsste jedes Mal nach Stendal fahren", bedauert der Geschäftsführer.