Von den 480 Plätzen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Spätaussiedler am Möringer Weg sind aktuell 376 belegt. In dieser Woche werden weitere 15 Bewohner erwartet.

Stendal l Dass in der Gemeinschaftsunterkunft die Plätze einmal zu 100 Prozent ausgelastet sind, ist eher unwahrscheinlich. Denn zu 80 Prozent ist der Wohnblock im Stadtseegebiet mit Familien belegt. Günstig dafür ist, dass es in den Aufgängen Einzelwohnungen gibt, in die jeweils eine Familie einzieht - und da bleibt dann eben auch mal ein Bett frei. Im Durchschnitt gehören aber fünf bis sechs Personen zu einer Familie. Das erfuhren am Dienstagabend die Mitglieder des Kreis-Ordnungsausschusses bei einem Besuch der Einrichtung am Möringer Weg. Diese gibt es seit fast 17 Jahren, erklärte deren Leiter Jochen Heindorff. Aktuell sind 376 Plätze belegt. Monatlich gibt es eine Fluktuation von zirka 70 bis maximal 100 Personen.

Im Landkreis Stendal sind aktuell 685 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht und werden betreut. 294 von ihnen wohnen nicht in der Gemeinschaftsunterkunft, sondern in etwa 70 Wohnungen, überwiegend im Stadtseegebiet. Noch gibt es dort ausreichend Wohnraum. "Für 2015 bekommen das die Wohnungsbaugesellschaft und die Genossenschaften noch hin", informierte Sebastian Stoll (CDU), 2. Beigeordneter des Landkreises, während der Ausschusssitzung. "Wir müssen aber jetzt schon daran denken, was 2016/2017 mit der Unterbringung wird", sagte Sebastian Stoll.

Denn bisher sind die Prognosen bezüglich der Neuaufnahmen auch eingetreten. Pro Monat werden danach im Durchschnitt 50 bis 55 neue Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis erwartet. Vom Jahresbeginn bis jetzt hätten es laut Quote 262 Personen sein sollen, tatsächlich waren es 237, aber es werden noch einige erwartet. Die Vorhersage, dass Ende dieses Jahres 1000 bis 1200 Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis Stendal leben, wird wohl eintreten. Im Kreis leben aktuell 2203 Ausländer, darunter Fachkräfte mit Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis sowie Personen, die im Zuge einer Familienzusammenführung in die Altmark kamen.

Von den sechs Sozialarbeitern im Team von Jochen Heindorff werden derzeit Menschen aus 24 Nationalitäten betreut. Besonders stark vertreten seien Afghanistan, Albanien, Indien, Syrien, der Kosovo sowie die Staaten der russischen Föderation, hauptsächlich die Kaukasus-Region, erklärte er den Ausschussmitgliedern.

Die schauten sich dann eine der Wohnungen an, die demnächst bezogen werden soll. Sie ist mit dem Notwendigsten - Sitzecke, Betten, Tisch und Stühle, Schränke, Kühlschrank und Herd - ausgestattet. Die Wohnung befindet sich in einem Aufgang, dessen Flur von Bewohnern in den vergangenen Wochen selbst renoviert worden ist.