Stendal l Der Drogenkonsum der Jugendlichen im Landkreis Stendal steigt, es kommt häufiger zu kleineren, manchmal auch größeren Kriminaldelikten und auch die Situation in den Familien ist problematischer geworden. Dadurch ist der Handlungsbedarf der Schulsozialarbeiter und der Regionalbereichsbeamten gestiegen. "Besonders schwierig ist es für die Sozialpädagogen, die in den Schulen als Ansprechpartner für die Jugendlichen da sind, wenn sie merken, dass sich eine rechtlich schwierige Situation ergibt," erklärt Daniela Groß, Psychologin und Koordinatorin der regionalen Netzwerkstelle für Schulsozialarbeit. Diese Situation bestehe dann, wenn ein Jugendlicher für sich selbst oder andere eine Gefahr darstellt und Sozialarbeiter mehr tun müssen als "nur" Ansprechpartner zu sein.

Ähnlich geht es den Regionalbereichsbeamten. Stoßen sie auf Jugendliche in Problemsituationen, die keine rechtliche Verfehlung darstellen, (etwa erhöhter Alkoholkonsum), können sie den Jugendlichen nur verwarnen. Tritt solch eine Situation mehrfach auf, braucht der Jugendliche vielleicht Hilfe - keine Aufgabe der Polizei, hier sind wieder die Sozialarbeiter gefragt.

Und weil sich die Arbeitsfelder Schulsozialarbeiter und der der Regionalbereichsbeamten immer mehr überlappen, sind sie am Donnerstag erstmals zusammengekommen, um sich in den Räumen der Stendaler Comenius-Sekundarschule darüber auszutauschen, wie sie künftig intensiver zusammenarbeiten können und vor allem: "sich einmal kennenzulernen", so Daniela Groß.

Das Interesse der Fachkräfte war groß. Polizisten und Pädagogen aus den Bereichen Stendal, Havelberg und Osterburg waren sich am Ende darüber einig, dass ein gemeinsames Handeln nicht nur die eigenen Arbeitsprozesse erleichtert, sondern auch positive Effekte für die Jugendliche in Problemsituationen haben wird.

Derzeit sind im Landkreis Stendal 23 Schulsozialarbeiter beschäftigt. Sie werden durch EU-Mittel finanziert und durch verschiedene Träger an Grund,- Sekundar- und Förderschulen sowie Gymnasien eingesetzt.