Zum 1. August erhöht Stendalbus die Fahrpreise. Durchschnittlich um sieben Prozent. Im Kreis-Finanzausschuss erläuterte Geschäftsführer Uwe Rößler die Gründe dafür.

Stendal l Die Stendalbus GmbH deckt ihre Kosten aus drei Töpfen, wie Riccardo Ulbrich, beim Landkreis zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr, während der Sitzung des Kreis-Finanzausschusses am Donnerstagabend erklärte. Aus Landesmitteln, Mitteln des Landkreises und natürlich den Fahrgeldern wird das Unternehmen finanziert. Nun müsse das Preisschema angepasst werden. Eine andere Formulierung für Preiserhöhung, durchschnittlich um sieben Prozent werden die Fahrscheine ab 1. August teurer. Die Festlegung der Tarife liegt in der Hoheit des Verkehrsunternehmens. Genehmigungsbehörde ist allerdings der Landkreis Stendal. Und der muss beurteilen, ob eine Erhöhung ausreichend begründet ist.

Busfahrer wandern in andere Regionen ab

"Die letzte Preiserhöhung gab es im November 2013", sagte Stendalbus-Geschäftsführer Uwe Rößler. Das wollte er aber gar nicht als Argument ins Feld führen. "Die Kosten für die Regionalverkehr Westsachsen GmbH sind gestiegen", nannte Rößler mit höheren Ausgaben für das Mutterunternehmen einen triftigen Grund. Vor allem die gestiegene Entlohnung des Fahrpersonals sei ein Grund dafür. Das hat mit dem seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohn zu tun. "Außerdem stand bei Altmark-Bus ein Streik ins Haus, den die Gewerkschaft Verdi angedroht hatte", erklärte Rößler.

Die Gewerkschaft forderte einen Mindestlohn von zehn Euro. Und Stendalbus ging auf die Forderung beim Subunternehmen ein. "Es gibt Zwänge, die sich aus der Marktsituation ergeben", erläuterte Rößler. Für geringeres Geld stünden eben keine Fahrer mehr zur Verfügung, sie würden in benachbarte Landkreise mit besseren Tarifen abwandern, etwa aus dem ostelbischen Bereich nach Rathenow.

Durch den Mindestlohn entstehen Stendalbus Mehrkosten in Höhe von jährlich 35000 Euro, durch die 10-Euro-Verträge, die ab dem Sommer für alle Unternehmen gelten, 200000 Euro pro Jahr. Zwar sind dagegen die Kraftstoffpreise stabil geblieben, aber das kann die gestiegenen Personalkosten nicht kompensieren. "Dafür ist der Anteil des Kraftstoffes an den Gesamtausgaben zu gering", begründete Rößler.

Der Landkreis Stendal lässt sich den Schülerverkehr jedes Jahr 2,3 Millionen Euro kosten - über 80 Prozent der Fahrgäste sind Schüler. Auch auf ihn kommen nun höhere Ausgaben zu. Für das restliche Jahr 2015 sind es 55000 Euro, ab kommenden Jahr 160000.

Landrat unterstützt höheren Lohn

"Ich finde es unbedingt notwendig, dass die Busfahrer vernünftig entlohnt werden", betonte Landrat Carsten Wulfänger (CDU). Knapp 30 Fahrer sind bei Stendalbus selbst beschäftigt, weitere rund 90 bei den acht Subunternehmen. Die Mitteilungsvorlage wird am 25. Juni abschließend im Kreistag behandelt.