Sie gilt als nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand sanierungsfähig: Die 1972 erbaute Kindertagesstätte Am Sandberg soll deshalb abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Stadtrat entscheidet am kommenden Montag darüber, ob die Hansestadt als Eigentümerin für die Borghardt-Stiftung als Trägerin eine nagelneue Kita baut.

Stendal. Die Konstellation ist nicht ganz alltäglich. Da entschließt sich die Stadt, für einen freien Träger eine neue Kindertagesstätte zu bauen. Die Frage von Thomas Haufe im Ausschuss für Jugend, Familie, Frauen und Soziales kam deshalb nicht von ungefähr: "Was, wenn die evangelische Kirche zu uns kommt und sagt: Baut uns mal eine Schule!" Aber auch Haufe stimmte am Ende den Neubauplänen zu. Denn: Die Borghardt-Stiftung betreibt zwar die Kindertagesstätte Am Sandberg, doch Gebäude und Grundstück gehören der Stadt. So wäre die Stadt ohnehin in der Pflicht gewesen, das marode, 1972 erbaute Haus zu sanieren.

Von diesem ursprünglichen Plan ist die Stadt inzwischen abgerückt. Das Landesverwaltungsamt und das Jugendamt des Landkreises waren nämlich im vergangenen Jahr zu der Erkenntnis gelangt, dass die vom Träger geplante integrative Einrichtung – also die gemeinsame Betreuung behinderter und nichtbehinderter Kinder – in dem vorhandenen Bau nicht oder nur mit immensem Mehraufwand untergebracht werden könnte. Dieser Mehraufwand, so die amtliche Einschätzung, würde den möglichen Förderrahmen sprengen.

So hat sich die Stadt zu einem Neubau durchgerungen. Mit zwei Beschlussvorlagen, die am Montag dem Stadtrat vorgelegt werden, sollen dafür die Weichen gestellt werden. In der ersten geht es um die Übernahme des Fördermittelantrages von der Borghardt-Stiftung. Wird er genehmigt, erhält dann die Stadt als Bauherr vom Land die beantragten 1,3 Millionen Euro und muss den Eigenanteil in Höhe von 220 000 Euro selbst schultern. Die zweite Vorlage beinhaltet die grundsätzliche Zustimmung des Stadtrats zum Neubau. Gebaut werden soll im nächsten Jahr.

Da die 100 Kinder vom Sandberg zwischenzeitlich nicht in anderen Einrichtungen der Stadt untergebracht werden könnten, wurde ein Neubau anstelle des alten Kindergartens, der zuvor abgerissen werden müsste, ausgeschlossen. Das neue Haus für die Kinder soll nun auf einem Abrissgrundstück an der Osterburger Straße gleich neben der städtischen Kita "Mischka" entstehen. Das Grundstück Am Sandberg könnte, so bisherige Überlegungen im Rathaus, für eine künftige Wohnbebauung vorgesehen werden.