Der Landesbetrieb Bau, Niederlassung Nord, will in diesem Jahr einen Radweg von Stendal nach Heeren bauen. Dafür werden Flächen entlang der Straße benötigt, die jetzt unter anderem von den Kleingärtnern des Vereins "Gartenfreunde 20" bewirtschaftet werden. Diese haben nichts gegen die Pläne, fühlen sich aber über die Details schlecht informiert.

Stendal. "Demnächst kommen wir in unseren Garten – und Zaun und Hecke sind verschwunden." Der Stendaler Jürgen Schulz, der einen Garten in der Sparte "Gartenfreunde 20" an der Heerener Straße gepachtet hat, fühlt sich wie die übrigen Vereinsmitglieder schlecht bis gar nicht informiert. Nur gerüchteweise hätten sie gehört, dass Zäune und Hecken entlang der Straße dem Bagger zum Opfer fallen sollen. Und Mitte Februar, so Jürgen Schulz, soll es bereits losgehen. "Keiner hält es für nötig, uns einen Ansprechpartner zu benennen, um uns über den Umfang der Baumaßnahmen zu informieren", beklagt er sich. "Es kann doch nicht sein, dass wir unser gepachtetes Land einfach zur Verfügung stellen müssen, ohne zu wissen, wieviel die Stadt davon haben will." Schulz lässt keinen Zweifel daran, dass die Spartenmitglieder nichts gegen den geplanten Radweg einzuwenden haben. Sie wollen nur nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Die Stadt allerdings habe damit nichts zu tun, stellt Sprecher Klaus Ortmann auf Volksstimme-Anfrage klar. Jenseits des Ortsausgangsschildes sei der Landesbetrieb Bau, Niederlassung Nord, für den Radwegebau zuständig. Das bestätigt Manfred Krüger, Fachbereichsleiter Straßenbau in dieser Landesbehörde.

Tatsächlich, so Krüger, stehe ein Maßnahmebeginn im Februar 2011 in der Planung. Das hänge aber noch von der Bereitstellung der Mittel ab. Auf jeden Fall gehe die Abteilung Grunderwerb des Landesbetriebes auf die Eigentümer zu, um über den Erwerb der notwendigen Grundstücke zu verhandeln und Kaufverträge abzuschließen. "Das ist alles noch in Bearbeitung", sagt Manfred Krüger. Auf keinen Fall werde ohne Abstimmung mit den Eigentümern gebaut.

Wie der Fachbereichsleiter sagt, liege in Sachen Radweg Baurecht vor. Das bedeute: Während des Planfeststellungsverfahrens hätten die Planungsunterlagen öffentlich ausgelegen, so dass sie von allen Anliegern eingesehen und eventuelle Einwände vorgebracht werden konnten.

Der Landesbetrieb plant den Bau eines neuen Radweges von der Kreuzung Industriestraße linksseitig bis nach Heeren. Zudem läuft ein Planungsverfahren für den Ausbau der Heerener Straße innerhalb des Stendaler Stadtgebiets, das aber noch nicht abgeschlossen ist. Für die Nebenanlagen dort, also auch einen Radweg, wäre die Stadt in der Pflicht. Wann dort gebaut wird, ist noch offen. "In den nächsten zwei Jahren ist das nicht zu erwarten", sagte Manfred Krüger.

Die Stadt jedenfalls begrüße die Radwegpläne nach Heeren ausdrücklich, wie Klaus Ortmann betonte.