Stendal. Unzählige Furchen von Schlittschuhen haben sich in der Eisdecke des Stadtsees verewigt. Ein paar Menschen schlendern in der Ferne darüber. Können noch die letzten Sonnenstrahlen erhaschen, bevor sie hinter dem goldenen Horizont versinkt.

"Eiszeit am Stadtsee" – so heißt das Foto, auf dem diese einmalige Stimmung festgehalten wurde. Und es ist ab sofort im Altmärkischen Museum noch bis zum 1. Mai dieses Jahres zu bewundern – samt rund 50 weiteren Bildern der Ausstellung "Grünes Stendal".

In drei Räumen werden die Kunstwerke der IG Digitalfotografie präsentiert. Acht Laien haben hier ihre Aufnahmen ausgestellt. Reiner Lorenz, Leiter der Interessengemeinschaft, ist stolz: "Dies ist unsere erste richtig lange Ausstellung. Sie ist wie ein Rundgang durch die Stadt konzipiert", erzählt er während der Eröffnung am Montagabend.

Einige der Fotos muten mediterran an, erwecken Sehnsucht nach einem Urlaub in Italien oder Spanien: Dieses Gefühl löst unter anderem der Innenhof des "Atrium" auf, umrankt von vielen grünen Pflanzen. Auch eine einfache terrakottafarbene Mauer kann ihren Charme haben, wenn sich ein einsames Blümchen darauf verirrt.

Aber wem gefällt schon der Kreisel vom Uenglinger Tor? Aus einem alten Fenster heraus betrachtet, samt dessen Rahmen, Teekanne und Tasse auf der Fensterbank kann er tatsächlich ein echter Blickfang sein. Und wer wusste schon, dass sich das Denkmal von Johann Joachim Winckelmann gern mal einen Poncho überstreift? Im Winter sorgen die Schneeflocken dafür.

Rund 40 Besucher ließen sich von diesen Fotos inspirieren. "Man wird angeregt, genauer hinzuschauen, entdeckt immer neue Dinge an altbekannten Objekten und erhält so wiederum ganz andere Blickwinkel", erzählt Silke Junker begeistert. Ebenso schwärmt Birgit Dettmann: "Es ist eine ganz tolle Ausstellung. Sie ist wunderbar gelungen. Besonders gut gefällt mir hier auch die Atmosphäre."

Fünf Jahre Stendal hängen hier an den Wänden. Sie wurden während der vielen Fototouren der IG Digitalfotografie zusammengetragen. Doch auch alte Kameras wie Praktiflex und Praktica, die aus den 50ern, 60ern, 80ern und sogar den 30ern stammen, werden im Museum gezeigt.

Eine weitere Ausstellung hat Reiner Lorenz auch schon in Planung – Fotos in Schwarz-Weiß sollen es werden.