Wie stark betrifft das Problem Mietschulden die Vermieter in der Altmark? Volksstimme-Redakteurin Nora Knappe hat sich über dieses Thema mit Lutz Rosenkranz, Geschäftsführer der Eigentümer-Schutzgemeinschaft "Haus und Grund Nördliche Altmark", unterhalten.

Volksstimme: Wie gravierend ist das Problem Mietschuldner in der Altmark?

Lutz Rosenkranz: Damit haben wir jede Woche zu tun. Zwangsräumungen allerdings kommen pro Jahr zwei- bis dreimal vor. Das Problem besteht eigentlich schon immer, aber ich finde, dass die Extreme stärker werden: Auf der einen Seite die sehr redlichen Leute, die wegen jedem zu wenig überwiesenen Cent anrufen, auf der anderen Seite die, die ihre Schulden gar nicht interessieren und eines Tages einfach weg sind.

Volksstimme: Wie können private Vermieter gegen dieses Problem angehen?

Rosenkranz: Der gerichtliche Weg ist die letzte Option, denn das dauert Monate und kostet. Wenn eine Wohnung so hinterlassen wird, dass sie voll sanierungsbedürftig ist, kann das den wirtschaftlichen Ruin für einen Privatvermieter bedeuten. Ich sehe nur die Möglichkeit, rechtzeitig auf den Mieter einzuwirken - sofern er sich nicht völlig zurückzieht oder überhaupt keine Einsicht zeigt.

Volksstimme: Und wie genau kann dieses Einwirken aussehen?

Rosenkranz: Ich bin für einen sachlichen Dialog. Das ist sinnvoller als schärfere Gesetze. Man sollte sich mit dem Mieter treffen, sich seine Lebensumstände ansehen, versuchen, einen Kompromiss zu finden, aber auch eine klare Ansage machen. Da stellt sich bei vielen der Schalter um. Aber man muss auch sehen, wieso jemand in diese Situation geraten ist. Das kann jeden treffen. Und da kann man schon frühzeitig Warnsignale erkennen. Auch Mieter sollten sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten.

Volksstimme: Also der Appell an beide Seiten, miteinander zu reden.

Rosenkranz: Ja, denn der Mieter braucht den Vermieter, der ihm ein Zuhause gibt; und umgekehrt ist der Mieter Kunde, ohne den der Vermieter nicht existieren kann.