Die Teilnehmerinnen hatten verschiedene Gründe, aus welchen sie sich am Spinnkurs am Ferienhof in Büste eingeschrieben hatten. Aber eines hatten sie alle gemeinsam. Sie wollten die Grundlagen des alten Handwerks erlernen. Dabei lernten sie nicht nur, dass Spinnen eine recht schwierige Kunst ist, sondern sie hatten auch sehr viel Spaß daran, gemeinsam Schritt für Schritt besser zu werden.

Büste. "Spinnen ist eine Übungssache", sagte Irmgard Pantel während des Anfängerkurses im Spinnen auf dem Ferienhof in Büste. "Es ist nämlich gar nicht so leicht, die Wolle so zu führen, dass sie nicht abreißt." Das merkten die Teilnehmerinnen am Kurs am Sonnabend auch recht schnell. Immer wieder riss die Wolle ab und es musste von vorn begonnen werden. "Nur mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl dafür, wie die richtige Dosierung für den Faden ist", erklärte Pantel den Frauen. "Irgendwann können Sie das aber, während Sie fernsehen."

Unter den Teilnehmerinnen war auch Edeltraut Härtge aus Kremkau. Sie hatte sich dazu entschieden, "weil ich dieses schöne Spinnrad noch von meiner Großmutter herumstehen hatte". Sie hatte schon länger den Wunsch gehegt, einmal das Spinnen zu erlernen und so das Spinnrad wieder seinem Nutzen zukommen zu lassen. "Ich fand schon immer, dass es ein tolles Handwerk ist. Außerdem soll es nicht vergessen werden. Ich würde diese Kunst sehr gern an meine Tochter weitergeben. Aber dazu muss ich es ja selbst erst einmal können", meinte sie lächelnd.

Bärbel Kahle aus Büste nahm ebenfalls teil. Sie ist allerdings auch Mitglied bei den Spinnfrauen aus Brunau und zählte nicht mehr zu den Anfängern. Rund ein Jahr dauere es, bis sich eine gewisse Routine einstelle, schätzte sie. "Vorausgesetzt, es wird fleißig geübt", sagte sie ergänzend.

Einige hundert Meter passen auf eine Spindel

Dann jedenfalls würde das Spinnen recht schnell von der Hand gehen. Einige hundert Meter Faden gingen auf die Spindel, weiß Irmgard Pantel zu berichten. "In etwas mehr als einer Stunde ist die Spindel dann auch voll, wenn man es kann", berichtete sie.

Allerdings müsse der Faden einmal linksherum und einmal rechtsherum gesponnen werden, erst dann habe man einen Wollfaden, mit dem sich auch stricken ließe. "Ja, es dauert schon eine Weile, bis aus reiner Wolle Pullover, Strümpfe oder Schals werden. Aber es ist eine schöne Beschäftigung und am Ende hat man ein Unikat", erklärte die Kursleiterin Pantel.

Am Sonnabend ging es zunächst nur um die Grundlagen und die Technik an sich. "Wir benutzen Schafwolle, die ist am einfachsten zu verarbeiten", sagte Pantel weiter. "Alpaka-Wolle ist recht glatt und eher was für Fortgeschrittene. Ebenso wie Kamel- oder Hundewolle."

Den Frauen machte es Freude, sich an dem schwierigen Handwerk zu versuchen. "Ganz langsam werd ich auch besser", meinte Brigitte Röker aus Schollene. Sie nahm am Kurs teil, weil sie in ihrer Arbeit - Betreuerin für Behinderte - Spinnen benötige. "Wir haben dort zwei Alpakas stehen. Und mit der Wolle müssen wir ja irgendwas anfangen. Momentan gibt es da niemanden, der diese spinnen kann. Also probiere ich mich daran."

 

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