Der Haushalt der Stadt Tangermünde für dieses Jahr ist beschlossen. Am Mittwochabend wurde er einstimmig vom Rat verabschiedet. Mit ihm zusammen ging auch das erste Mal in der Geschichte der Stadt nach 1990 ein Haushaltskonsolidierungskonzept durch die Abstimmung. Damit ist die Stadt, sofern die Kommunalaufsicht dem ersten Doppik-Zahlenwerk im Landkreis Stendal zustimmt, arbeitsfähig.

Tangermünde. Alles läuft nach Plan. Der Tangermünder Haushalt ist, wie in all den Vorjahren, wieder in der Februarsitzung des Stadtrates beschlossen worden. Wäre da nicht die Doppik, ein neues System der Haushaltsführung, was die Verwaltung zu immenser Mehrarbeit zwingt und den Haushalt für so manches Ratsmitglied zu einem Buch mit sieben Siegeln werden lässt, dann hätte die Stadt in diesem Jahr vielleicht sogar noch einmal einen ausgeglichenen Etat verabschieden können. Doch mit der doppischen Haushaltsform gibt es unterm Strich ein Defizit von fast 1,8 Millionen Euro.

Einen Jahresabschluss für 2010 kann Tangermünde noch nicht vorlegen - auch das, so Kämmerer Dr. Wilhelm Peters am Mittwoch, liege an der Doppik. Doch aller Wahrscheinlichkeit nach ende das Jahr 2010 mit einem Kassenbestand von etwa zwei Millionen Euro. Geld, mit dem der Zuschussbedarf von 1,8 Millionen Euro gedeckt werden kann. Doch dann sind die Rücklagen der Stadt vollkommen aufgebraucht.

Dr. Peters lobte in seinen Erklärungen zum Etat 2011, dass von den Fraktionen "keine größeren Wunschvorstellungen geäußert wurden". So habe niemand krampfhaft nach Positionen suchen müssen, an denen noch gespart werden kann, um an anderer Stelle andere Dinge zu ermöglichen. Fakt ist: Auch 2011 wird Tangermünde inklusive seiner Ortsteile noch einmal kräftig investieren. Neben den in den vergangenen Jahren begonnenen Projekten, die aufgrund des frühen Winters abgebrochen werden mussten, wird es auch neue geben. So geht es zunächst einmal mit Frühlingsbeginn in Grobleben an Bushaltestelle und Dorfplatz weiter. Die Stadtmauer in der Mauerstraße wartet noch auf ihre Fertigstellung.

Dann bekommt die Comenius-Grundschule ein letztes Mal innerhalb des Gebäudes eine Baustelle. Unter dem Dach des Hauses ist noch ein großer Raum ungenutzt. Während der Sommerferien soll dieser in Angriff genommen werden. Das Geld dafür kommt von der Hugo-Meyer-Nachfahrenstiftung.

In wenigen Monaten geht es auch mit der Sanierung der Langen Fischerstraße weiter. Abschnitt zwei zwischen der Reuterstraße und der Marktstraße wird ausgebaut. Mit Mitteln aus dem Leader-Programm bekommen die Milterner Einwohner einen aus Energiesicht modernen Dorfsaal, der in diesem Zusammenhang ein schmuckes Äußeres erhält. In Langensalzwedel wird zwischen dem Eingang zum Friedhof und der Kirchentür ein fester Weg geschaffen, um auch bei schlechtem Wetter trockenen und sauberen Fußes in das Gotteshaus zu gelangen. In Köckte wird die Lindenallee saniert. In Tangermünde geht es am derzeit größten Projekt der Stadt weiter - dem Um- und Ausbau der alten Wäscherei.

Um auch in Zukunft investieren zu können, "müssen sich alle Vorhaben selbst tragen", so der Kämmerer. Nur ungern wollen die Stadtväter Kredite aufnehmen. Immerhin ist der am Mittwoch verabschiedete Haushalt der 15. in Folge ohne Kreditaufnahme. Ob es angesichts der knappen Kassen auch künftig so weitergehen kann, da ist sich selbst Dr. Peters nicht sicher. Zumindest rechnet er damit, dass Tangermünde künftig Kassenkredite aufnehmen muss, um arbeitsfähig zu bleiben.

Ende 2011 wird die Kaiserstadt weniger als eine Million Euro an Verpflichtungen haben. Geht alles nach Plan, dann ist sie Ende 2016 schuldenfrei.