Werden die Buchholzer Kinder in einigen Jahren die Grundschule Börgitz besuchen? Die Einwohner sehen dies als keine Alternative zum derzeitigen Angebot der Stendaler Ganztagsschule. Sie wollen den Schulstandort behalten. Als Alternative kommt für den Großteil der Einwohner nur eine Beschulung in Lüderitz in Frage, allerdings ein Schulstandort außerhalb der Hansestadt Stendal.

Buchholz. Wo werden künftig die Buchholzer Grundschüler das Lesen und Schreiben lernen? Weiterhin in Stendal, in Börgitz oder vielleicht sogar in Lüderitz? Bei den Stendaler Stadtratsmitgliedern waren Änderungen im Schuleinzugsbereich bereits vor einigen Wochen Thema (wir berichteten). Seither sind die Buchholzer Einwohner verunsichert, wohin in Zukunft der Schulbus ihren Nachwuchs bringt.

Guido Hahne, Ortsbürgermeister in Buchholz, wollte die Meinung der Einwohner erfahren. Er wollte wissen, wo sie sich eine Einschulung der Kinder vorstellen können. So nahm er Kontakt zu vielen Familien und jungen Leuten auf, um eine Tendenz festzustellen.

Zur Ortschaftsratssitzung am Freitagabend lud er die Einwohner ein. Hahne erklärte ihnen, dass einer Statistik zufolge im Jahre 2025 weitaus weniger Kinder eingeschult werden als es derzeit der Fall ist. Als Argument nannte er den "Wendeknick". Es fehlen nämlich die jungen Frauen, die vor Jahren nicht geboren wurden und somit folglich wiederum keine Kinder gebären.

"Für Börgitz könnte es dann bedeuten, dass die Anzahl der Kinder nicht ausreicht, um den Standort halten zu können", so Hahne am Freitag gegenüber den Einwohnern. Einen Bestand der Schule strebe die Stadt aber an, da ein Transport der Kinder aus diesem Einzugsbereich in die etwa 25 Kilometer entfernte Stadt nicht zuzumuten sei, so Hahne. Hinzu komme, dass die Ganztagsschule in Stendal, in der momentan die Kinder aus Buchholz beschult werden, sehr viele Schüler aufweist. Dies resultiere aus dem Zuzug vieler Familien in den Einzugsbereich (Röxer Straße), Bahnhofsviertel.

Für die Buchholzer Ortschaftsräte und für die Einwohner sind dies keine akzeptablen Argumente, die Kinder in eine andere Schule zu schicken. Bereits während einer früheren Sitzung sprach sich der Ortschaftrat rigoros gegen eine Beschulung in Börgitz aus. Als Grund wurde die lange Fahrtzeit genannt.

Der Vorschlag Hahnes an die Bürger, der Stadt als Alternative eine Beschulung in der Schule "Am Stadtsee " in Stendal oder in Möringen anzubieten, fand bei den Einwohnern ebenfalls keinen Widerhall. "Dann verlieren wir das Privileg der Ganztagsschule", so ein Einwohner. Auch der Schulweg nach Möringen erschien den Buchholzern zu weit.

Vorstellen können sich die Buchholzer hingegen den Besuch der Grundschule im Nachbarort Lüderitz, wie sie Freitag sagten. Allerdings nur als Alternative, gern möchten sie den Schulbesuch in der Ganztagsschule auch über das Jahr 2025 hinaus gesichert wissen. Ob die Grundschule in Lüderitz eine akzeptable Alternativlösung für die Vertreter der Hansestadt Stendal ist, bezweifelt Hahne. Schließlich gehört Lüderitz zur Einheitsgemeinde Tangerhütte und nicht zur Hansestadt. Die Anregung der Einwohner wird er aber weitergeben. Zudem strebt Hahne an, sich mit Dahlen abzustimmen. Auch für die Kinder dort soll sich der Einzugsbereich ändern.